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1. Kapitel

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“

Es war ein sonniger Tag im August, so wie Hundstage im allgemeinen sind.  In der Regel liegt in der Zeit vom 23.7. bis zum 22.8. eines jeden Jahres ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa mit dem Schwerpunkt auf die ersten Augusttage. So war es auch nicht verwunderlich das an diesen 7. August 1967 viele Mütter, bei fast 30 Grad Hitze draussen auf Parkbänken saßen um der Sonne zu huldigen. So sah es zumindest aus. In Wirklichkeit passten sie nur auf ihre spielenden Kinder auf.

Sie wohnten allesamt in dem grossen Wohnblock zu ihrer Linken. Es war eine dieser modernen neuen Vorstadtsiedlungen die mit viel Grün versehen waren. Ungefähr 20 Minuten außerhalb der Stadtmitte reihte sich hier ein mehrstöckiges Haus ans andere. Die Strassen die in die jeweiligen Siedlungen führten waren morgens und spät Abends mit Leben erfüllt, in der übrigen Zeit war es fast eine verkehrsfreie Zone.

Beate, war unter den vier Frauen die jüngste. Mit drei Kindern hatte sie auch die schwierigste Aufgabe zu bewältigen. 10 und 6- Jahre alte Jungen mußte sie bändigen und dabei auf ihre vier Monate alte Tochter Sandra achten. Da hatten es die anderen Frauen etwas leichter. Mit Ausnahme vom 13-jährigen  Ludger,  waren die Kinder auch in dem Alter von Horst und Thomas aber sie schienen ruhiger zu sein. Beate wippte ihren Kinderwagen immer mal wieder vor und dann zurück als ihr ältester, Thomas, vorbei lief.

„Wollt ihr jetzt hier in meiner Nähe Fußball spielen? Der Rasen hinter uns ist doch viel größer und vor allen Dingen nicht hügelig – Bitte“ fügte sie noch hinzu. „Ihr spielt ja auch für Euch allein, niemand beobachtet euch“

Damit hatte sie auch recht, denn der Rasen vor dem grossen Wohnblock in dem sie wohnten war genau wie das Hochhaus sehr lang und breit. Vier Eingänge hatte das Hochhaus mit je 24 Wohnungen auf 8 Etagen verteilt. Davor und dahinter war Rasenfläche. Auf der vorderen Seite standen ein paar Bäume die von Büschen umgeben waren, es wirkte wie ein Miniaturwald. Auch wenn der Rasen sich für Fußball bestens eignete, so hatte er doch einen grossen Nachteil. Die Jungen standen immer unter Beobachtung. Das war nun wirklich nicht das was sie wollten. Also gingen sie hinter das Haus.