Willy-Brandt Haus

Genau genommen ging es mit dem Bundeskongreß von „Selbst Aktiv“ los. Unser Treffen fand im Willy Brandt Haus statt. 

 willibrandthaus.jpg 

Ein futuristisch wirkender Bau, der eine echte Attraktion ist. Selten habe ich ein so beeindruckendes Haus gesehen. Allein das innere des Gebäude wirkt wie aus einer fernen Welt.

 atrium_2_1000×667.jpglobbies.jpg 

Der Mittelpunkt ist aber die Willy Brandt Statue die sich am Eingang befindet.

050-willy-brandt-skulptur-fetting-berlin.jpg

Diesmal war meine Frau fasziniert, ihr erging es so wie mir vor 10 Jahren, sie kam aus dem Staunen nicht heraus. Doch dann ging es im 4. Stock los. Unsere Bundestagung begann mit einen Bericht von Andrea Nahles, die jedoch nicht gut auf uns zu sprechen war. Wir wollten den Antrag stellen zukünftig als Arbeitsgemeinschaft zu fungieren. Wir hatten das Bedürfnis endlich eine eigenständige Gruppierung, innerhalb der SPD, sein zu können. Das dies nicht auf Gegenliebe stieß wunderte uns nicht, denn man müßte uns demnächst ernster nehmen, als es so manchen lieb ist.

Warum erzähle ich das so ausführlich ? Auch in der SPD ist es wie im normalen Leben. Solange über einen Bestimmt werden kann, gehört man zu den guten, zu den lieben. Sobald man aber versucht eigenständig zu sein, ist es damit vorbei. Behindert sein heißt auch gleichzeitig das andere gerne über einen bestimmen. So praktisch das auch in den ersten Jahren sein mag so schwierig ist es sich später davon loszulösen.

Wir waren gut 40 Aktive an diesen Mittag, die meisten davon schwerstbehindert, ich fühlte mich schon fast wie „Gesunder“. Eines hatten wir aber alle gemeinsam. Ob Rollstuhlfahrer, Blinde, Sprachbehinderte, körperlich Behinderte – wir alle sind es gewohnt ein eigenständiges Leben zu führen. Ein Leben in dem der tägliche Überlebenskampf an erster Stelle steht. Genau darum wollten wir eigenständig sein.       

  

146

Am Dienstag bekam ich das Wahlergebnis. Manchmal ist es nicht von Vorteil wenn einen nur das beste eingeredet wird. So erging es mir die letzten Tage als viele aus meinen Umfeld mich schon im Beirat gesehen haben. So verlockend der Gedanke auch war, glauben wollte ich es nicht. Dazu kenne ich die politischen Strukturen zu gut im Bereich Mitte. Auf Platz 9 bin ich gelandet. Damit bin ich ohne Aussicht auf ein Mandat im Beirat. Immerhin 146 Stimmen habe ich bekommen. Leider reichte es nicht ganz, 207 Stimmen hätte ich benötigt.

Vorerst ist meine Aktivität als Kommunalpolitiker gestoppt. Also fange ich wieder von vorne an, unten an der Basis. Ich bin nicht böse und auch nicht verbittert das ich jetzt draussen bin. Der Wähler hat so entschieden und ich war nicht gut genug im Wahlkampf. Es war eine schöne Zeit und ich habe sehr viel erlebt und entschieden. Das ich vielleicht der erste Behinderte Politiker innerhalb der SPD war hatte ich schon einmal erwähnt. Mein Ziel war es von anfang an, eines Tages nicht mehr der einzige zu sein.

Das ist jetzt der Fall, das ich von einigen Behinderten aus der SPD weiß die teilweise auch in den Beirat gekommen sind. So gesehen habe ich meine Mission erfüllt. Das ich trotzdem nicht aufhöre liegt daran, das Politik ein Teil meines Lebens ist. Dort wurde ich vor über 20 Jahren, als ich anfing, als Mensch und nicht als Behinderter behandelt. Seitdem fühle ich mich unter diesen „diskussionsfreudigen“ Menschen wohl. Wer jetzt darüber die Nase rümpft sollte nicht vergessen das nicht immer alles nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen läuft, das es auch mal Rückschläge gibt. Politik ist wie das Leben

Flyer

Heute ist für mich das verteilen der Flyer angesagt. Bei meiner 1.Kandidatur 1990, war ich so stolz das ich auf einen Foto im Faltblatt zu sehen war, das mir die mich die Inhalte weniger interessierten. Das hat sich zum Glück geändert. Heute bin ich stolz darauf inhaltlich etwas verändert zu haben, wie man auf der Seite sehen

http://www.spd-land-bremen.de/index.php?id=329

kann. Der entscheidende Absatz heißt:

Miteinander heißt für uns: Barrierefreiheit sowohl für mobilitätseingeschränkte Menschen, für Familien und Ältere. Dazu gehören sichere und begehbare Fußwege in den Wintermonaten und Sicherheit zu jeder Zeit in jeder Straße.

Das dies keine leeren Worte sind kann man daran erkennen, das die beiden größten ÖPNV Knotenpunkte die durch Behindertenfeindlichkeit aufgefallen sind, umgebaut werden und dann Barrierefrei sind. Das ist natürlich nicht mein Verdienst, sondern der des Beirates. Gerade deswegen, um den Beirat weiter in diese Richtung motivieren zu können, hoffe ich auf eine erfolgreiche Kandidatur.

Es wäre natürlich doppelt so schön wenn es einer Mitstreiterin von mir gelingen würde in die Bremische Bürgerschaft einzuziehen, auch wenn sie hoffnungslos auf Platz 52 der SPD Liste zurück liegt. Meine 5 Kreuze wahl130391.jpg

wird sie bekommen. Nachdem ich jahrelang als Alleinkämpfer für die Behinderten galt, ist nun eine Rollstuhlfahrerin auch aktiv. Vielleicht gelingt ihr das was ich noch knapp verfehlt habe. Das es ihr nicht gerade leicht gemacht wird kann mann schon an ihrer Homepage

http://www.abgeordnetenwatch.de/petra_wontorra-757-43878.html

sehen. Allein dafür das sie es schafft lohnt es sich meine Flyer zu verteilen, denn so kann ich bei jeden den ich treffe Werbung für sie machen

Initiative

Gestern war es eine hektische Sitzung und doch war sie erfolgreich. Wir haben einen Antrag zur Bebauung des Bahnhofsvorplatzes verabschiedet. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Presse war zahlreich vertreten, hochrangige Vertreter waren anwesend,  es gab genügend Gründe für mich nervös und aufgeregt zu sein. Doch diesmal war alles anders, bevor das Gefühl der Nervosität einsetzen konnte habe ich einfach an letzte Woche Donnerstag gedacht.

An dem Abend hatte ich auf meinen Sport verzichtet und war bei einer Initiative gegen Rechts eingeladen. Diese Gruppe war auch schon erfolgreich im Kampf gegen die Rechtsradikalen gewesen, weshalb ich mir auch einiges von dem Besuch versprach. Nach über 20 Jahren Politik war ich nun zum ersten Mal bei einer Initiative. Das konnte doch nur belebend wirken für meine politische Arbeit dachte ich. Inzwischen weiß ich das es dort sogar chaotischer zugeht wie in der Politik. Ganz normale Bürger die sich organisieren, weil sie der Politik nicht trauen verhalten sich sogar noch viel schlimmer. Sie zerreden alles und jeder hört sich am liebsten sprechen. Das wichtigste sind die Formalien und die Rangordnung in dieser Gruppe, so schien es mir zumindest. Am Schluss mußte ich feststellen das sie einen großen Teil ihrer Freizeit damit verbringen , einfach gegen alles zu sein und möglichst auf jeder Demonstration mit zu machen.

„Nein das werde ich mir nicht wieder antun“, so ging es mir gestern Abend durch den Kopf. Mir wurde am Donnerstag klar das wir doch alle die gleichen Verhaltensmuster haben. Der Unterschied liegt nur in der Erfahrung. Davon habe ich eine Menge vorzuweisen, also brauche ich nicht nervös werden, nur weil der Saal mal voller ist oder weil wieder einmal Bürgerinitiativen anwesend sind. Ich habe mich einfach auf das besonnen was ich kann und schon kehrte Ruhe bei mir ein.


Wahl-Woche

Diese Woche steht bei mir ganz Zeichen der Politik bzw. der Wahl. Es geht am Abend mit der Beiratssitzung los und endet am Sonntag mit der Landtagswahl. Das Ergebnis für die Beiratswahlen dürfte erst Ende nächster Woche feststehen.

Die „heiße Phase“ begann für mich am Mittwoch mit der Sitzung in der Bürgerschaft. Nachdem einige derjenigen, die schnell hoch hinaus wollen, abgesprungen sind, ist mit einenmal wieder Erfahrung gefragt. So zumindest wurde es mir vermittelt. Das ist zwar ein schönes Gefühl für mich, mehr aber nicht. Es gibt keinen Grund zum abheben oder auf irgendwelche Posten zu spekulieren. Das habe ich hinter mir, die Zeit ist vorbei. Jetzt mache ich Politik weil es mir Spass macht.

Und doch ist es wichtig sich immer wieder an die Basis zu erinnern, an die Anfänge zu denken als man klein und unbedeutend angefangen hat. Deswegen werde ich diese Woche die Wahlbroschüre der SPD Bremen Mitte verteilen und selber in die Briefkästen werfen. Es sind nur ca. 500 Exemplare und ganz uneigennützig ist es auch nicht da ich auf einer Broschüre vertreten bin.

Aber ich finde es besser aktiv mit zu helfen als wenn ich nur sage „mach mal, verteile Du“ und mich einfach zurücklehne während andere für mich arbeiten. Diese Art von „Basisnähe“ überlasse ich lieber denen aus der bezahlten Politik die glauben das sie was besseres sind.

Wahlkampf

Gestern Abend war wieder Beiratssitzung. Dabei ist es mir gelungen einen Antrag gegen die Nazi Gruppierung, aus dem neuen Geschäft von gegenüber, einzubringen. Er wurde einstimmig beschlossen.  Einen so schnellen Antrag hat es gegen die rechten noch nicht gegeben. Die Politik kann den „Sportsfreund“ (so heißt der Laden) zwar nicht vertreiben, aber der Beschluss hat eine symbolische Wirkung an alle. Politik und Verwaltung sind jetzt auch offiziell gegen dieses Geschäft.  

Als ich mir den Tag noch einmal durch den Kopf gehen ließ, mußte ich feststellen, das ich ohne Politik nicht sein kann. .  Auch wenn meine Aktivität, aus ärztlicher Sicht nicht immer ratsam ist,  allein dieses Gefühl das ich Menschen in meinen Umfeld helfen kann, das beflügelt. Zum Glück habe ich das Glück genügend Leute zu kennen, die den Weg in die 1. Reihe förmlich suchen.     

Mit einenmal hatte ich ein Problem.  Wir haben demnächst Wahlen und ich stehe nur auf Platz 8 der SPD Liste. Darüber hätte ich keine Chance in den Beirat zu kommen. Dadurch das ab diesen Jahr das erste Mal die Persönlichkeitswahl gibt, besteht dennoch Hoffnung. Damit das gelingt müßte ich aber intensiven Wahlkampf betreiben, vor allen in meinen Viertel.

Als jemand der etwas für die Bewohner meiner Strasse bzw. dieses Viertels erreicht, kann ich erfolgreich sein, aber von  Tür zu Tür laufen und sich vorzustellen fällt mir nicht ganz so leicht. Mein Respekt vor der Privatssphäre ist doch zu groß. Meine Hoffnung ist der Bekanntheitsgrad den ich inzwischen habe, das ich dadurch ein gutes Ergebnis erziele und zumindest in einen der Ausschüsse gelangen kann.

Ein paar Tage habe ich ja noch bis zum 22. Mai, mal sehen was mir noch einfällt. Kampflos gebe ich auf jedenfall nicht auf, aber den aufdringlichen Wahlkampf will ich vermeiden.

Berufspolitiker

In der letzten Woche (16.2.11) habe ich die eine Seite von Politikern beschrieben, und zwar ihre Beweggründe bzw. wie sie Politik, oftmals, gestalten wollen. Wie kommt man aber in diese Positionen? Die nächsten Zeilen sind meine ganz persönlichen Erfahrungen, die viele bestimmt anders sehen.

Als ich 14 war beschloss ich, Menschen helfen zu wollen, dafür wollte ich Politiker werden. Soweit so gut. Bis dahin war noch alles bestens auf dem Weg zum Berufspolitiker. Aufgrund meiner gesundheitlichen Situation konnte ich mich anfangs nur auf meinen Beruf konzentrieren. Mit 33 nahm ich dann an meiner ersten SPD Sitzung bzw. Ortsvereinssitzung teil. Es standen Nachwahlen an und ich rückte in den Vorstand. Alle hatten mich lieb! Auf diesselbe Art gelangte ich auch ein Jahr später in den Beirat (hatte ich schon am 5.5.2009 beschrieben)
„Du kannst ein ruhiges unaufgeregtes Leben in der Politik führen, aber dann nur als Marionette. Oder du führst ein eigenständiges Leben indem dir auch Respekt entgegen gebracht wird, dafür mußt du kämpfen“. So endete mein Bericht.

Das ruhige Leben lag mir nicht. Nur jetzt stieߠich auf Widerstand, denn ich wollte mehr. Dabei machte ich den fatalen Fehler nur an die Sache zu denken. Ich vergaß das ich in den Bereich der bezahlten Politik wollte und dachte nur daran wie ich helfen könnte. Eine Kleinigkeit hatte ich übersehen. Ich würde jemanden das Einkommen, das Ansehen und einiges mehr wegnehmen. Da es jeder sein konnte, den ich verdrängen würde, wurde der Wind auch immer rauher und kälter für mich. Jetzt war ich nicht mehr der Liebling, jetzt war ich der Konkurrent. Das ist auch noch nichts ungewöhnliches. Diesen Weg haben fast alle vor sich bzw. hinter sich.

Da ich es, bedingt durch den späten Einstieg in die Politik, versäumt hatte notwendige Allianzen zu  schließen, wurde der Versuch, in die Bremische Bürgerschaft zu gelangen, nicht leichter. Ein weiterer Fehler war  war zu glauben, das es allen nur um Inhalte geht.

Berufspolitiker haben 3 Phasen. Phase 1 ist der Wunsch etwas bewirken zu wollen, Phase 3 ist das Bemühen etwas zu verändern. Zwischen diesen Phasen, die auch von viel Menschlichkeit geprägt sind liegt der absolute Gegensatz, die Phase 2. Da wird schon Jahre vor der Nominierung versucht die eigene Person ins rechte Licht zu setzen. Neben des zweifelsohne eigenen Schwerpunkts der bei jeden vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit das man sich aufgrund seines Könnens problemlos durchsetzt oder, und das ist die Mehrzahl, man schwimmt mit in der Hoffnung berücksichtigt zu werden. Man muß auch nicht davon überzeugt sein was man so ausspricht, wichtig ist am Ende nur ein guter Platz auf der Liste. So gesehen hatte ich auch keine Chance. Denn ich bin nicht bereit mich für andere zu verbiegen oder mich anzubiedern.Ich bin deswegen nicht böse oder schlecht zu sprechen auf meine Partei. Nur weiß ich das die SPD Politiker sich genauso verhalten wie jeder andere Politiker auf der Welt. Der Grund ist ganz einfach. Es sind alles Menschen, Menschen die in allererster Linie auf die eigene Versorgung bedacht sind.

Ich bin nach wie vor stolz darauf der SPD anzugehören. Für mich ist es wichtig das ich ein paar Jahre hinter die Kulissen sehen konnte. Heute weiß ich das sich jeder genau so wie unsere jetzigen Politiker verhalten würde. Egal welche Partei es ist wenn es ans Geld verdienen geht sind alle gleich.

Von der Politik meiner Partei erwarte ich in Zukunft, das sie Menschen mit Beeinträchtigungen mehr unterstützt und sie bei der Liste für eine Wahl bevorzugt behandelt. Die meisten von ihnen haben gar nicht die Kraft all diese Kämpfe um gute Plätze durch zu stehen. Für sie geht es in erster Linie um die Gesundheit.

Und deswegen habe ich eine Bitte an meine Leser, versucht die Politiker zu verstehen, oder noch besser versucht euch mit all den Konsequenzen, in das Leben von Berufspolitikern oder wie viele sagen „die da oben “ hinein zu versetzen. Wie würde man sich wohl selber verhalten?

Politiker

Der Wahlkampf rückt, für uns in Bremen, immer näher. Das bedeutet gleichzeitig, das die Zeit der Beschimpfungen nicht mehr weit weg ist. Seid 1990 bin ich in Wahlkämpfen dabei. Jedes Mal das gleiche Ritual. Wir, die Basis,  geben uns Mühe und sind engagiert bei der Sache, und dann werden wir beschimpft. Erst geht es nur ganz simpel, gegen „die da oben“ später sind wir auch an der Reihe. Ich könnte das noch um einige boshafte Standard Aussagen ergänzen, stattdessen will ich erst einmal versuchen, eine andere Sichtweise zu beschreiben.

Wer wer sind „die da oben“? Gemeint sind die Berufspolitiker, ohne Ausnahme. Egal ob für Bremen oder den Bund, Rot, Grün, Gelb oder Schwarz. Kaum einer hat ein gutes Ansehen. Am meisten bekommen wir von der SPD immer ab. An uns läßt der Wähler kaum ein gutes Haar. Die ersten Jahre habe ich das noch ertragen, denn es ging ja nicht gegen mich. Doch im Laufe der Zeit mußte ich lernen das jeder Freiwillige Helfer den Zorn des Wählers abbekommt.

Da ich es genau wissen wollte ob die Anschuldigungen vielleicht doch berechtigt sind, habe ich bei unseren Bundestreffen von „Selbst Aktiv“ in den letzten Jahren nicht nur auf Inhalte sondern verstärkt auf den privaten Teil geachtet. Alle hochrangigen Vetreter aus der SPD die einen Vortrag gehalten haben, erzählten auch immer persönliches. Da habe ich besonders aufgepasst. So kann ich mich heute auch noch an die Erzählungen von Gerhard Schröder gut erinnern, als ich bei einen Empfang, Mitte der neunziger dabei sein durfte.

Wenn man so will, sind das alles Politiker aus dem Bereich „die da oben“! . Ich kann nur für die SPD sprechen, bei allen anderen dürfte es jedoch ähnlich sein. Anfangs waren sie alle von dem Gedanken geprägt, Helfen zu wollen, und sind es heute auch noch. Da hat sich nichts geändert. Nur das es nicht mehr ihr Hobby sondern ihr Beruf ist. Jeder von ihnen hat klein angefangen. Der Ausgangspunkt ist für fast alle das sie etwas ändern wollen, das sie sich für andere einsetzen wollen, das Mißstände beseitigt werden sollen, das es besser und gerechter zugehen soll. Im Laufe der Zeit müssen jedoch immer mehr Kompromisse geschlossen werden. Es ist fast wie in einer Familie. Jeder möchte sein Recht haben. Das macht die Sache für einen Politiker nicht unbedingt leichter. Da versucht man sich schon nach „besten Gewissen zugunsten aller“ einzusetzen und dann ist es doch falsch.

Nächste Woche kommt meine Rolle, mein Handeln in der Politik 


Meinungsfreiheit

Das ich in den letzten Wochen nicht ganz so aktiv in der Politik war liegt nicht nur an den bisher aufgeführten Gründen, wie z.B. Rücksichtnahme auf die eigene Gesundheit. Es lag vor allen daran, das unser Ortsverein gerade von einer Person dominiert wird. Obwohl sie absolut nervig ist, weil sie eigenartige Wahrheiten von sich gibt und auf ihr Recht der Meinungsfreiheit beharrt. Das ist natürlich nichts besonderes und kommt des öfteren vor das  „Andersdenkende“ die Sitzungen bestimmen. An der Basis gibt es, im Gegensatz zum Parteivorstand, zum Glück noch Toleranz und nicht das Bedürfnis jeden aus der Partei auszuschließen der anders denkt.

Trotzdem fällt es mir schwer an den Sitzungen teilzunehmen, denn die betreffende Person ist beeinträchtigt und kann sich nur noch mit dem Rollator fort bewegen. Und genau darin liegt das Problem. Sie sieht sich als Opfer, fortert alles mögliche und ist nicht bereit selber etwas zu investieren. Sie sieht sich als „Nabel der Welt“ und wir müssen nur Rücksicht nehmen. Genau das ist der Grund warum ich bei Behinderten Verbänden und Vertretern immer wieder als Störenfried betrachtet werde, denn ich kann ihre Gedanken und Vorstellungen nicht immer unterstützen.

Es ist gut wenn die Gesellschaft sich auf Behinderte zu bewegt, es ist gut wenn vor allen bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität getroffen werden. Wenn aber selbst diese Erleichterungen nicht ausreichen, dann fehlt mir jedes Verständnis. Anstatt sich zu freuen das eine Schwelle anstatt 10 cm nur noch 1 cm Höhe hat wird Lautstark die absolute Null Lösung gefordert. Dabei ist das nicht immer möglich. Im privaten Bereich können Behinderte oft mit Baulichen Beeinträchtigungen fertig werden, sobald sie in der Öffentlichkeit sind werden aber nur noch Forderungen gestellt.

Das ist nicht meine Philosophie. Zum Glück denken einige so wie ich. Leider gibt es aber noch viel mehr die nur an sich Denken, die vergessen, das es auch noch andere um sie herum gibt die Rechte haben.

Absagen

Heute habe ich noch einmal eine Sitzung abgesagt. Das war für die nächste Zeit das letzte Mal. Inzwischen fühle ich mich wieder stark genug um an kontroversen Diskussionen teilnehmen zu können.

Montag wollte ich noch von allen Ämtern zurücktreten. Dann hat mir meine Frau ein paar kluge Sätze gesagt(wofür ich dankbar bin)dann habe ich lange alles durchdacht, und Abends kam dann dieser Postengeile Kollege. Nein! So nicht. Wenn ich schon mal aufhöre dann in Würde, aber nicht so. Dank dieser Ereignisse ist mein Feuer wieder erwacht. Das ist auch gut so. Ich habe jetzt ein paar Wochen bei Facebook herum gespielt. Ich habe nichts ernstes, nichts Produktives getan. Das war ja auch eine Zeit ganz gut, aber ständig? Nein das schaffe ich nicht. Da werde ich krank, ich verfalle dann in Langeweile und Desinteresse. Kurzum ich wäre unzufrieden und würde meine Umgebung nerven. Heute habe ich noch einmal bewußt verzichtet. Dafür habe ich jetzt endlich die erforderliche Dynamik, den notwendigen Biss, die Freude wieder Politik zu machen. Wenn ich keine Drucksituationen habe, baue ich körperlich und geistig ab. Das ist meine Erekenntnis die ich nun endgültig festgestellt habe. Es liegt jetzt nur an mir das richtig zu kanalisieren. So einzuordnen das es keine allzu große Belastung für mich wird.