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Montagmorgen

Im Augenblick verläuft fast jeder Montag Morgen nach dem gleichen Muster. Der Wecker klingelt um kurz vor sieben und meine einzigen Gedanken sind: Liegen bleiben und weiter schlafen – das wäre schön.  Als Rentner wäre das kein Problem.

Dieses Gefühl bleibt den ganzen Montag Vormittag.  Anfangs erschien es mir wie ein Spaß oder ein kleiner Teufel der mich zum Rentendasein bewegen wollte. Inzwischen ist es schon normalität geworden.  Am Mittwoch ist es schon besser und am Donnerstag ist dieses Denken ganz verschwunden. Aber der Montag bleibt.  Doch so langsam fängt es an mich zu stören. Deswegen habe ich Heute versucht dagegen zu steuern.

„Sei froh das du aufstehen kannst, sei froh das du einen Job hast hast, sei froh das du nicht früher aufstehen mußt.“

Solche und ähnliche Gedanken gingen mir minutenlang durch den Kopf. Nachdem mir  so langsam bewußt wurde, was für ein Glückspilz ich bin, fiel mir das aufstehen doch leichter.

Diese Maßnahme wird von mir solange angewandt bis mir das aufstehen am Montagmorgen leichter fällt.  Mit dieser Art des positiven Denkens ist eine gute Möglichkeit um negativen Gedanken entgegen zu steuern.  Mir ist es bisher oft gelungen, warum nicht auch am Montagmorgen erfolgreich sein?

Querschnitt Februar

kälte

Für mich ist Heute ein ganz normaler Tag. Abgesehen davon das wir gerade minus 4 Grad haben und es stellenweise noch glatt ist, versuche ich den Tag, so gewohnt wie immer am Mittwoch anzugehen.  Also führt mich mein Weg erst zur Arbeit und von dort aus zum Verein – natürlich mit dem Fahrrad. Zwischendurch wird noch ein Kleingärtner besucht der uns helfen kann und am Ende des Tages kommen noch die aktuellen Vereinsprobleme. Dann führt mich mein Weg im Dunkeln und bei noch kälteren Temperaturen zurück nach Hause

einhändig

Auch wenn es nicht unbedingt leicht ist, mit einer Hand bei diesen Strassenverhältnissen zurecht zu kommen – es gibt keinen Grund jetzt mit der Strassenbahn oder dem Bus zu fahren. Gerade jetzt ist die beste Zeit um unter Beweis zu stellen, was Menschen mit Behinderungen alles können. Wobei das für mich nicht im Vordergrund steht. Für mich ist es Normalität so selbständig und unabhängig wie möglich zu leben.

Denjenigen die behaupten das dies nur schwer möglich sei mit einer Lähmung bzw. Kopfverletzung, dem kann ich nur entgegen halten – Mit der richtigen Einstellung und dem notwendigen Willen ist alles möglich.

Querschnitt Juli 13

Warum nicht mal einen Beitrag schreiben der aufzeigt wie arm ich dran bin, wie schlecht es mir geht, nur weil ich Behindert bin.

 

Oder geht es mir doch nicht so schlecht? Geht es mir vielleicht sogar gut? 

Froh gelaunt habe ich heute Morgen meine Ärzte oder Rezept – Tour hinter mich gebracht. Obwohl diverse Baustellen (teilweise mit Strassensperrung) vor mir lagen, war das kein Grund auf das Rad zu verzichten.

 

Nach der Arbeit führte mich mein Weg direkt in den Garten. Dort ging es für mich gleich zum Recyclinghof weiter. Es hatten sich genügend Gartenabfälle angesammelt, die dann mit dem Wagen von mir dorthin hingebracht wurden. Es waren vier Wagenladungen die teilweise schwer zu ziehen waren. Auch wenn es Kraft gekostet hat kam es mir immer noch nicht in den Sinn mich als

„Gebeutelt vom Leben und bedauernswertes Schicksal“

zu sehen.

Genau so hatte es jemand vor ein paar Monaten einen Freund gesagt als er über mich sprach.

Jetzt kurz vor Ende des Tages kann ich wieder einmal nur feststellen, das jeder es in der Hand hat wie er sich sein Leben gestalten will. Da spielt es keine Rolle ob Gesund oder Beeinträchtigt.

 

Glücklich sein ist eine Frage der Einstellung.     

Querschnitt 13.3.2013

strohwitwer-2

Heute gibt es einen Querschnitt aus meinen derzeitigen Leben als „Single auf Zeit“ (Strohwitwer)

Um 6.25 Uhr aufstehen fiel mir anfangs nicht leicht, inzwischen ist es Normalität. Nachdem ich mein Müsli – Frühstück zu mir genommen habe, gönne ich mir in Ruhe eine Tasse Kaffee. Danach habe ich die glitschige Kellertreppe bewältigt und bin mit dem Rad zum Kaffee Stammtisch.

hausverkauf

Dort erzählte mir, einer meiner Rentner, das er sein Haus verkaufen will weil ihm die vielen Reaparaturarbeiten zu anstrengend sind, deswegen wolle er in eine Mietwohnung umziehen.

„Weitsichtig“ dachte ich mir.

Nach der Arbeit war Wäsche angesagt. Diesmal ist es in Rekordzeit  gelungen. Nur 12 Minuten habe ich dafür gebraucht, dabei war es nicht wenig was ich aufzuhängen hatte. Daraufhin habe ich mir in der Innenstadt, bei Thalia, einen Kaffee gegönnt. Endlich konnte ich mich für zwei Taschenbücher entscheiden.

Grisham – Das Geständnis sowie Nele Neuhaus – Unter Haien

 

Ach ja, verhungert bin ich nicht. Auch wenn ich mir nichts selber zubereitet habe. Wie man einen Flammkuchen in den Backofen schiebt und wann man ihn wieder herausholt – das weiß ich schon.

Am späten Abend mußte ich so ganz nebenbei feststellen das es wieder ein Tag ohne Unterschiede zwischen Behinderten und Gesunden war.  

 

Querschnitt – Montag

So verläuft, im Augenblick, ein ganz normaler Montag bei mir/uns ab.  

Montagmorgen aufstehen ist ein Greuel für mich, ich verstehe nicht mit welcher Lockerheit meine Frau das bewältigt, geschweige denn die Bedienung beim Bäcker, die schon um 4.00 Uhr aufsteht. Es sind die wenigen Momente in denen mir ein Leben als Rentner durch den Kopf geht.

 

Später stelle ich jedesmal fest, das ich dann zwar ausschlafen könnte, aber wie sehe und spreche ich dann so viele Menschen die ich z.Zt. noch täglich treffe? Und schon bin ich in der Realität wieder angelangt.

Auf dem Weg zur Arbeit begegneten mir nicht soviel Radfahrer wie sonst. Angesichts der Temperaturen war das auch verständlich. Rollkragenpullover, Fleece-Jacke mit Kapuzze, Stirnband und Handschuhe so bin ich losgefahren. Wer ist schon so verrückt?

 

Dabei sehe ich es eher praktisch. An 1. Stelle steht das sportliche, gleich danach kommt die geistige Fitness. Gerade Heute Morgen war die gefragt denn es gibt noch genug glatte Stellen. Als ich in der Bibliothek angekommen war, hatte ich meine Müdigkeit überwunden.

 

Die Kriminalpolizei rief mich, wegen des des Laptop-Diebstahls an damit ich demnächst ein Phantombild erstellen soll. Sauerkraut und Kassler gab es zum Mittagessen – Lecker! Jetzt genieße ich noch den abend und freu mich das es meiner Frau mit ihren Knie besser geht und das meine linke Hand mir kaum noch Probleme bereitet.

 

       

Mittwoch der 23.01.13

 

 

Damit der Blog seinen Namen gerecht wird, greife ich den heutigen Tag als Beispiel für meinen Tagesablauf heraus.

Zum Glück kommt es nur selten vor das ich verschlafe. Heute morgen war es mal wieder der Fall. Erstaunlich wie schnell doch alles gehen kann wenn ein wenig Druck da ist. Pünktlich, wie immer, war ich fertig und habe das Haus um kurz vor Acht verlassen.  

 

Im Augenblick fahre ich ja, bekanntlich, mit der Bahn zur Arbeit. Der Weg zur Haltestelle und später von der Endstation zu meinen Gebäude – das ist für mich bei den Witterungsverhältnissen ziemlich anstrengend. Inzwischen stört mich das nicht mehr, denn mein Rücken ist wieder belastbarer. Die Schmerzen noch vor kurzen beim Gehen auftraten sind fast verschwunden. Auf der Arbeit musste ich eine Auszubildende betreuen, was zwar anstrengend war, aber Spaß gemacht hat.

Die Post versprach am Mittag nichts gutes, denn sie kam vom Finanzamt.

 

Nachdem meine Frau und ich alles gelesen hatten waren wir erleichtert. Die Summe die wir nachzahlen müssen ist nicht gerade klein, aber im Vorfeld wurde uns schlimmeres angedeutet. Alters-Enteignungsgesetz! sollte es heißen und nicht Alters-Einkünftegesetz.

Egal, wir waren happy. Daraufhin sind wir los um uns endlich in Ruhe einen Kaffee zu gönnen, ohne dabei Angst zu haben wie lange wir uns noch dieses Vergnügen leisten können. Rundum – war es ein schöner Tag.

Dienstag der 18.12.12

 

Wieder einmal ein Querschnitt aus meinen Alltag.

Um 6.30 Uhr schon aufstehen, das ist gefühlt, mitten in der Nacht. Zum Glück nur noch 3x in diesen Jahr dann habe ich Urlaub. Endlich kann ich wieder mit dem Rad zur Arbeit. Endlich scheinen sich all meine gesundheitlichen „Problemchen“ in Luft aufzulösen. Keine Erkältung, keine Rückenschmerzen und was sonst gerade anlag. Dazu wieder ein gestärktes Selbstbewusstsein, so kann es ruhig weitergehen. Das sind gute Aussichten für 2013, vielleicht erwartet mich ja doch mal ein Jahr ohne größere Schwierigkeiten.

Nach der Arbeit bin ich mit meiner Frau zum 1. Weihnachtseinkauf gefahren, morgen kommt der große und anstrengende Teil. Aber dann haben wir auch alle Lebensmittel bis zum Neujahrstag. Natürlich könnten wir alles auf einmal erledigen, nur warum? Soviel Stress muss doch nicht sein. Sollen die anderen sich hetzen, wir brauchen das nicht.   

 

Danach habe ich erst einmal E-mails vorbereitet. Seitdem es den Blog gibt habe ich es nie geschafft zu Weihnachten Grüße zu verschicken. Das soll dieses Jahr besser werden, darum habe ich erst einmal an alle die mir etwas bedeuten eine mail mit den besten Wünschen zum Fest und Jahreswechsel geschrieben die ich am Freitag verschicken werde.  

Dienstag

So sieht ein Dienstag bei mir gerade aus.

Um 6.30 Uhr aufstehen, frühstücken und um 7.45 Uhr zum Kaffee. Gegen 8.20 Uhr geht es mit dem Rad weiter zur Arbeit. Nach der Arbeit fahre ich zum Garten der nur 4 Kilometer entfernt ist. Heute gab es nicht viel zu tun für mich. Im Grunde genommen war es Erholung. Als ich auf der Terasse saß habe ich mir noch gedacht das es jeder so schön haben könnte. Dabei fiel mir nicht der Wille ein den man braucht sondern vielmehr die Organisation im Leben. 

 

Wenn ich bedenke das ein Nachmittag im Garten früher für mich undenkbar gewesen wäre weil ich überall aktiv war, dann ist das jetzt die reinste Erholung – und das täglich. So schön die Zeit in der Politik auch war, der Stressfaktor war zu hoch und nicht förderlich für meine Gesundheit. Ein Wunder das ich alles so gut überstanden habe. Da werde ich mein Glück nicht überstrapazieren und weiterhin so viel in meiner Freizeit machen. Nein – jetzt genieße ich die Zeit in Ruhe und Gemütlichkeit.

Das tut so gut! Ein Leben mit nur wenigen Anfällen. Ich kann es kaum glauben aber es ist wahr.

Abschlussfeier

 Es ist mal wieder Zeit etwas aus meinen Leben zu schreiben, diesmal habe ich das letzte Wochenende im Visier.

 

 

 

Am Freitag hatten wir mal Sonnenschein und angenehme Temperaturen.  Nach über 4 Wochen konnte ich zum Reyciclinghof gehen und dort ein paar Säcke Gartenreste hinbringen. Es war eine Wohltat, endlich wieder für den Garten arbeiten. Das Wetter war so gut, das wir unser gewohntes Wochenend Bummeln ausfallen ließen. Stattdessen wurde im Garten gearbeitet.

Spontan änderten wir am Samstag unseren geplanten Tagesablauf getreu dem Motto:

Erst arbeiten dann Vergnügen. Es war eine gute Entscheidung.

Abends haben wir unser Abschlussgrillen gehabt. Da unsere Freunde noch dazu kamen war es fast wie eine Abschlussfeier für diesen Sommer.

Am Sonntag waren wir auch schon morgens früh im Garten. So gegen 11.00 Uhr, das war zumindest für mich, gefühlte Nachtzeit. Unser Freund war den ganzen Tag dabei das Gewächshaus mit Silikon zu versiegeln. Im Gegensatz zu meiner Frau konnte ich nicht ganz soviel helfen. Auch wenn es nicht unbedingt schön ist untätig herumzusitzen, irgendwann kam der Moment in dem ich doch helfen meine Hilfe anbieten konnte.

 

Es war ein rundum gelungenes Wochenende das am Abend mit der Abschlussfeier der Olympiade gekrönt wurde. Sie war Gigantisch. Zwischendurch hörte ich ein Motto für diese Spiele das keiner weiteren Worte bedarf.

„Die Sportler kommen um zu kämpfen und sich ihren Traum zu verwirklichen“

Querschnitt

Heute geht die angekündigte Serie weiter, ein Querschnitt aus meinen täglichen Erlebnissen. Stellvertretend für alle anderen Wochentage greife ich wahllos einen Tag heraus und berichte ausführlicher darüber.

Nach dem Frühstück bin ich zu meiner Kaffeerunde gefahren um danach die 5 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit zurückzulegen.

Da ich mich ziemlich gut gefühlt habe beschloss ich etwas vor zu arbeiten. Das war zwar eine gut gemeinte Idee aber danach war ich auch ziemlich geschafft. Die Behindertenbeauftragte der Uni würde das nicht gut heißen(Keiner sollte seine Leistungsgrenzen überschreiten um sich mit gesunden Kollegen messen zu wollen) und meine Kollegen waren dementsprechend skeptisch. Ich hoffe nicht das ich es morgen büßen muss.

Danach ging es für mich in den Garten. Dort konnte ich meiner Frau ein wenig helfen indem ich den Gartenabfall zum Recycling Hof

 

gebracht habe und ihr danach als Hilfskraft zur Verfügung stand. Mir macht das Spaß und für sie ist es bei vielen Arbeiten eine angenehme Erleichterung. Danach fuhren wir mit dem Rad nach Hause. Nach dem Essen habe ich nur noch entspannt. Das was mich vor kurzen noch bedrückt hätte weil ich nicht mehr so belastbar, wie vor einigen Jahren, bin das sehe ich nun mit Zufriedenheit und bin erfreut das ich noch Belastungen(und seien sie auch noch so klein) bewältigen kann.

„Das soll mir erst einmal jemand nachmachen“ habe ich mir gedacht. Und mit diesen Gefühl werde ich bestimmt gut schlafen.

So sah mein Dienstag aus. Ein ganz normaler Tag. Genau wie die letzten Tage konnte ich auch Heute keinen Unterschied zwischen mir und „Gesunden“ Menschen feststellen