Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Langeoog

langeoog

Auch wenn es mir kaum möglich war, mich normal bewegen zu können, die Fahrt nach Langeoog wurde nicht abgesagt. Das wollte ich meiner Frau nicht antun. Immerhin hatte sie mich so gut gepflegt das es mir schon möglich war meinen Rücken zu belasten. Außerdem war das Ticket teuer genug gewesen als wir es im Juni gekauft hatten. Also biß ich auf die Zähne, und wir fuhren morgens um 8.00 Uhr vom Hauptbahnhof los.

Es war die richtige Entscheidung, denn wir haben einen schöner Tag verbracht, ein Tag an dem fast alles stimmte. Auch wenn wir schon viele Busfahrten mitgemacht hatten, so einen guten Platz wie an dem Morgen hatten wir noch nie. Direkt in der ersten Reihe, freie Sicht nach vorne. Dazu bestes Wetter und eine scheinbar nie endende Fahrt durch die Dörfer Ostfrieslands. 

ostfriesland

Die Fähre war vollkommen überfüllt. Mit etwas Glück hatten wir noch einen Sitzplatz bekommen, so daß wir die 40 minütige Fahrt und den Meerblick geniessen konnten. 

inselbahn

Etwas besonderes war die Fahrt mit der Inselbahn. Holzbänke, eng und klein so ist die Bahn am besten zu beschreiben. Dafür vermittelt sie aber gleich ein Gefühl für die Insel, das wir gleich in einer Pferdekutsche fortsetzten. pferdekutsche-langeoog

So konnten wir die Insel kennen lernen ohne das ich mich mit meiner Krüke bewegen musste.

Morgen geht es weiter

Jagdschloss Granitz

 

Dienstag hatten wir gleich zwei Erlebnisse die uns beeindruckt haben. Morgens ein langer Spaziergang und Mittags unternahmen mit dem Prora-Express eine Fahrt zum Jagdschloss Granitz.

Mit über 250.000 Besuchern im Jahr ist es das meistbesuchte Schloss in Mecklenburg. Es liegt mitten im ca. 1.000 ha großen Waldgebiet das zum Biosphärenreservat gehört.

 

Der Prora-Express ist eine Touristen Bahn die durch den Ort hinauf aufs Schloss führt.

 

Doch das beste an dem Tag war unser Spaziergang entlang der Binzer Bucht. Da er uns ganz bis zum äußeren Ende führte gab es auch viel Zeit zum Bilanzieren. Dabei wurde mir wieder einmal klar das Behindert sein keine Strafe ist sondern die Fahrkarte in ein Leben das man viel bewusster führt.

 

Binzer Seebrücke

Nach der gestrigen Einleitung über unsere Ehejahre sowie dem Reisebericht geht es Heute mit diesen Mix weiter.

Symbolisch für unsere Ehe war das Wetter, in den drei Tagen, auf Rügen.

Traumhaft sonnig – dann bedeckt – später Regen. So sah der erste Tag aus. Am 2. Tag hatten wir Sonnenschein der mit Bewölkung wechselte. Der 3. Tag war nur sonnig.

So in etwa könnte man auch unsere letzten 30 Jahre beschreiben.

Rügen-Landkarte

Doch nun zur Insel. Es ist fast eine Halbinsel, da sie nur zwei Kilometer vom Festland getrennt ist. Dementsprechend leicht ist Rügen über den Rügendamm bzw. die Rügenbrücke zu erreichen.  Die Ausmaße sind 52 Km lang und 41 Km. breit. 926 Quadratkilometer ist die Insel groß und hat 77.000 Einwohner, ohne Touristen. 

Von Bremen, ohne umsteigen, bis zum Bahnhof Binz. Das war ganz nach unseren Geschmack.

 Hotel Esplanade

Wie gut das Hotel lag wurde mir erst im Zimmer klar. Mit Blick auf die Einkaufszone zur rechten und links mit Blick auf das Meer und die Seebrücke. Sie wurde 1902 erbaut hat eine Länge von 370 Meter und ist eine der Sehenswürdigkeiten von Rügen.

seebruecke-binzBinz-Seebruecke

Samstag kommt der Schlussteil.

  

    

Schwarzwaldbahn

Mein Kurzurlaub ist vorbei. Wann es mich bzw. uns wieder in die Ferne zieht kann ich im Moment noch nicht sagen. Bevor ich mit den täglichen Berichten und natürlich der Kreuzfahrt fortfahre möchte ich auf die Bahnstrecke eingehen, die ich hinter mir habe, insbesondere auf die Schwarzwaldstrecke.

Es ging von Bremen über Hannover -Göttingen – Kassel – Frankfurt bis Baden-Baden. Dann wechselte ich den Zug und ab Offenburg begann die schönste Bahnstrecke Deutschlands. Sie führt durch den Schwarzwald bis nach Singen an den Bodensee.

Bei Wikipedia habe ich eine Grafik über die Höhe der Strecke und die jeweilige Länge der Tunnel gefunden.

verlaufskarte-schwarzwaldbahn.jpg



   


0,0 Offenburg 159 m
 
  9,5 Gengenbach 172 m
  17,9 Biberach (Baden) 194 m
 
  22,7 Steinach (Baden) 209 m
  26,1 Haslach 215 m
  33,2 Hausach 241 m
     
    Rebbergtunnel (53 m)
  42,6 Hornberg 384 m
  46,6 Hornberg Schlossberg
    Glasträgertunnel I (23 m)
    Glasträgertunnel II (43 m)
    Glasträgertunnel III (18 m)
    Niederwassertunnel (558 m)
    Tunnel beim 4. Bauer (313 m)
    Hohenackertunnel (41 m)
    Tunnel beim 3. Bauer (88 m)
    Letschenbergtunnel (129 m)
    Röllerwaldtunnel (162 m)
    Eisenbergtunnel (792 m)
    Spärletunnel (80 m)


   
    Obergießtunnel (175 m)
    Hippensbachtunnel (365 m)
    Kurzenbergtunnel (324 m)
    Mühlhaldetunnel (64 m)
    Losbachtunnel (185 m)
    Forellentunnel (64 m)
    Kaisertunnel (31 m, 1925 abgetragen)
    Großhaldetunnel (327 m)
  56,0 Triberg 616 m
    Kleiner Triberger Tunnel (92 m)
    Großer Triberger Tunnel (835 m)
    Gummambstunnel (365 m)
    Seelenwaldtunnel I (48 m)
    Seelenwaldtunnel II (69 m)
    Seelenwaldtunnel III (195 m)
     
    Gremmelsbachtunnel (912 m)
    Gaislochtunnel (54 m)
    Hohnentunnel (327 m)
    Grundwaldtunnel (381 m)
    Krähenlochtunnel (224 m)
    Sommerbergtunnel (51 m)
    Farrenhaldetunnel (313 m)
    Steinbistunnel (63 m)
    Tannenwaldtunnel (166 m)
    Tannenbühltunnel (25 m)
    Schieferhaldetunnel (93 m)
    Sommerautunnel (1.697 m)
  71,3 Sankt Georgen 805 m
  85,9 Villingen (Schwarzw.) 704 m
     
     
 
  91,5 Brigachtal-Klengen
  94,3 Donaueschingen-Grüningen 686 m
 
 
  99,8 Donaueschingen 677 m
     
  113,0 Geisingen
     
 
  119,0 Immendingen 658 m
     
    Möhringer Tunnel (180 m)
     
  123,8 Hattingen (Baden)
  124,2 Hattinger Tunnel (900 m)
  134,6 Engen
  137,3 WelschingenNeuhausen
  140,8 Mühlhausen (b Engen)
  146,2  
     
     
     
  149,1 Singen (Hohentwiel) 434 m
   

So sieht also das Streckenprofil aus.

Auch wenn in Villingen die Fahrt für mich endet, es ist immer wieder eine große Freude und Genuß.

Hungerast II

Am Freitag habe ich mittendrin aufgehört. Damit man besser in die Geschichte hinein findet habe ich den letzten Teil noch einmal aufgeführt.

Kurz vor Achim, ich hatte gerade die Reiterstadt Verden hinter mir gelassen. Es waren nur noch 30 Kilometer zu fahren, da passierte es! Erst wurde mein Tempo immer langsamer, dann hatte ich das Gefühl das ich im Stand fahre, erschwerend kam noch eine Steigung dazu, dann war es soweit – nichts ging mehr! Ich mußte absteigen. Nach ein paar Minuten Pause wollte ich weiter. Doch schon nach wenigen Metern bin ich wieder vom Rad und habe mich auf eine Bank gesetzt.

Vor ein paar Monaten hatte ich noch über Jan Ulrich gelacht. Der hatte die Tour de France 1997 verloren, weil er auf einer Etappe einen Hungerast bekommen hatte. Jetzt war ich an der Reihe. All die Fehler, die er begangen hatte, habe ich an diesen Tag nachgemacht. Zu wenig getrunken, zu wenig gegessen und auch noch viel zu schnell gefahren. Es ging nicht mehr. Selbst das schieben meines Rades fiel mir schwer. An einer Ecke war meine Rettung. Ein Kiosk mit einer Bank. Ich habe im voraus für die die nächsten 10 Jahre Mars gegessen und ziemlich viel getrunken. Ich weiß nicht wie lange ich dort gesessen habe, eine Stunde war es bestimmt. Mit Müh und Not habe ich es auf mein Rad geschafft und war froh das ich mich halten konnte. Fertig war ich, an mir ging alles vorbei, ich fuhr nur noch mechanisch. Jeder Meter war eine Qual, jede Pedalumdrehung erschien mir wie die Erklimmung eines Berges der immer höher immer schwieriger wurde. 

Da ich nur noch Radweg hatte und die Strecke kannte, brauchte ich auch nur noch treten und nicht auch noch Denken. Dabei kam ich sehr langsam voran und mußte ziemlich oft eine Pause einlegen. So ausgepumpt, so leer war ich noch nie gewesen. Ich konnte keine klaren Gedanken mehr haben. Vakuum!  

Am Ende waren es keine 6 1/2 oder 7 Stunden. Es waren 11 Stunden heraus gekommen. Ich war so gezeichnet von diesen mißlungenen Versuch, das ich die nächsten 14 Tage nicht einmal aufs Rad gestiegen bin. Es war auch meine letzte Reise zu einen Open Air Konzert.  

Hungerast

Nach dem Konzert der Stones bin ich noch zweimal nach Hannover gefahren. Genesis und Phil Collins. Die Fahrt zum Genesis Konzert war ganz ok. Es gab nichts besonderes. Sieht man mal davon ab, das ich diesmal nicht frühzeitig von der Bundesstraße runter gefahren bin sondern auf dem Seitenstreifen entlang der Schnellstraße die, inzwischen wie eine Autobahn aussah, bis in Höhe Stadtmitte durch gefahren bin. Das war eine Zeit Ersparnis von mindestens 2 Stunden.

Bei meinen letzten Open Air in Hannover verlief die Hinfahrt ganz normal. Bis Nienburg auf der Bundesstrasse und danach wieder auf der Bundes-Schnellstrasse. Während der Fahrt hatte ich genügend Pausen gemacht. Im Schnitt alle 20 – 30 Kilometer. Sie dauerten ungefähr 10 Minuten. Nur die Mittagspause fiel etwas länger aus. Dabei kam ich auf die Idee die Rückfahrt mal so schnell wie möglich zu fahren. Am besten in eins durch, ohne Pause. 125 Kilometer unter 8 Stunden – das war mein Ziel.

So fuhr ich auch am Sonntag morgen frisch gestärkt, nach einen guten Pil Collins Abend, früh um 9.00 Uhr los. Es war nicht mein Wetter, in der Nacht hatte es geregnet und es war auch noch nicht richtig warm, die Sonne war zu dieser Zeit auch noch nicht zu sehen. So ging es die ersten Kilometer voran. Im Normalfall fahre ich zwischen 15 und max. 20 Kilometer die Stunde. Rechne ich die Pausen mit komme ich auf durchschnittlich 13 Kilometer pro Stunde. 10-12 Stunden brauche ich im Normalfall für die Strecke. Nach gut 3 Stunden hatte ich etwas mehr als die Hälfte der Distanz geschafft. Das würde eine Rekordzeit geben, dachte ich mir. Zur Sicherheit legte ich hier und da kurze Pausen ein um etwas zu trinken. Zum Essen hatte ich keine Zeit, anstatt eine größere Pause ein zu legen fuhr ich lieber die nächsten Kilometer schnel weiter. Nachdem ich zwischenzeitlich mit hohen Tempo gefahren war, ließen die Kräfte, so ab Kilometer 80 nach. Ich kam nicht mehr so schnell voran. das störte mich nicht weiter denn ich lag immer noch gut in der Zeit. Gut es würden keine 6 Stunden sondern 7 Stunden Gesamtzeit werden. Aber das wäre ja auch eine Spitzenzeit. Kurz vor Achim, ich hatte gerade die Reiterstadt Verden hinter mir gelassen. Es waren nur noch 30 Kilometer zu fahren, da passierte es! Erst wurde mein Tempo immer langsamer, dann hatte ich das Gefühl das ich im Stand fahre, erschwerend kam noch eine Steigung dazu, dann war es soweit – nichts ging mehr! Ich mußte absteigen. Nach ein paar Minuten Pause wollte ich weiter. Doch schon nach wenigen Metern bin ich wieder vom Rad und habe mich auf eine Bank gesetzt.

Der letzte Teil meiner Berichte über Open -Air Konzerte wird ausnahmsweise Samstag fertig gestellt

Hannover

Wenn ich an Hannover denke, fallen mir immer meine radtouren zu den jeweiligen open-air konzerten ein.

das 1. mal war 1990, ich habe es zwar schon in „Gedanken 18“ beschrieben, möchte es aber noch einmal ausführen, denn inzwischen habe ich einen anderen stil zu schreiben.

damals kam ich auf die idee das fahrgeld zu sparen, weil es mir zu teuer erschien, deswegen fuhr ich mit dem rad nach hannover. ich hatte zwar keine übernachtungsmöglichkeit dafür aber eine eintrittskarte sowie ein jugendhergsverzeichnis. 

es war kalt und neblig an dem morgen als ich in Bremen losfuhr. da ich schon um 4.00 Uhr aufgestanden war, plagte mich auch die müdigkeit. Bremen – Achim – Verden – Eystrup. bis dahin verlief alles normal. entlang der bundesstrasse konnte ich auf dem daneben liegenden radweg in ruhe fahren, es gab nirgendwo probleme. bis kurz hinter nienburg. aus der bundesstrasse wurde eine schnellstrasse. von der Schleswig-Holstein tour(über die werde ich nächstes jahr berichten) war ich es gewohnt nur an land- oder bundesstrassen zu fahren, deswegen suchte ich solange nach einer möglichkeit dort weiterfahren zu können bis ich eine fand. nach ein paar kilometern mußte ich allerdings feststellen, das ich mich auf dem weg nach Celle befand. so verfuhr ich mich, kurz vor Hannover, mehr als einmal. irgendwann hatte ich mich unter inkaufnahme von gut 30 zusätzlichen kilometern ohne pause, bis Hannover vorgekämpft.

Endlich! ich hatte es geschafft, so dachte ich zumindest. da es direkt am stadion eine jugendherberge gab fuhr ich auch dorthin. dort war aber nicht einmal ein notbett frei, sie war total ausgebucht. zumindest bekam ich den hinweis wo es noch freie plätze geben könnte. um zu dieser herberge zu gelangen mußte ich die durch die ganze innenstadt in richtung norden fahren. etwas positives wollte ich dennoch von meiner erfolglosen übernachtungssuche mit nehmen. so fuhr ich direkt vors stadion und versuchte meine stehplatzkarte(eine bessere hatte ich nicht bekommen, da das konzert ausverkauft war) bei den schwarzmarkt händlern in eine sitzplatzkarte um zu tauschen. natürlich mußte ich etwas draufzahlen, mit ein wenig glück gelang es mir im  10. oder 12? anlauf.

nachdem ich mit ach und krach das letzte oder vorletzte bett bekommen hatte mußte ich die üblichen belehrungen über mich ergehen lassen mit dem hinweis demnächst mir das bett  reservieren zu lassen. das war nichts neues für mich das kannte ich ja schon bestens, von meinen anderen fahrten. jetzt konnte ich mich endlich aufs konzert konzentrieren und wie es danach weitergehen könnte. sollte ich meine verrückte idee tatsächlich in die tat umsetzen oder nach hause fahren? ich entschied mich für die ungewöhnliche variante, die ich in Bremen schon im hinterkopf hatte, und fuhr mit dem rad in den schwarzwald. das habe ich schon in „Gedanken 18 bis 21“ beschrieben(allerdings viel zu kurz) das war also meine 1. fahrt nach Hannover.

es folgten noch 2 weitere. obwohl sie vollkommen unterschiedlich waren kann ich sie gut zusammenfassen. darüber werde ich nächste woche berichten.


Neuschwanstein

Die wirtin in unserer pension machte einen netten eindruck und war sehr hilfsbereit. ahnungslos wie wir waren nahmen wir gerne ihre hilfe an und innerhalb kürzester zeit hatte meine frau ein ticket für die wohl bekannteste schlössertour, die es gibt. schloss neuschwanstein war das erklärte ziel, das märchenschloss von könig Ludwig II. so konnte jeder von uns den samstag auf seine art und weise genießen. meine erlebnisse hatte ich letzte woche ja schon beschrieben, heute kommt der kulturelle teil.  

Sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. wurde Neuschwanstein im Jahr 1886 dem Publikum geöffnet. Der Menschenscheue König hatte die Burg erbaut, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Neuschwanstein gehört heute zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Rund 1,3 Millionen Menschen jährlich besichtigen „die Burg des Märchenkönigs“. Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6.000 Besucher durch Räume, die für einen einzigen Bewohner bestimmt waren.Das führt – in Verbindung mit dem alpinen Klima und Licht – zu erheblichen Belastungen für die wertvollen Möbel und Textilien, um deren Erhalt sich die Schlösserverwaltung intensiv bemüht.Die idyllische Lage von Neuschwanstein ist einmalig. Allerdings müssen Bewegungen im Fundamentbereich ständig überwacht und die steilen Felswände immer wieder gesichert werden. Ebenso greift das raue Klima die Kalkstein-Fassaden stark an, was immer wieder Sanierungsmaßnahmen erfordert. – so lautet die offizielle Beschreibung der Burg.

  neuschwanstein.jpg

Idee und Entstehung

Entstehungsgeschichte

Ludwig II., seit 1864 König von Bayern, richtete im Mai 1868 folgende Zeilen an den von ihm verehrten Richard Wagner:

“Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen, und muss Ihnen gestehen, dass ich mich sehr darauf freue, dort einst (in 3 Jahren) zu hausen; mehrere Gastzimmer, von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den hehren Säuling, die Gebirge Tirols und weithin in die Ebene, sollen wohnlich und anheimelnd dort eingerichtet werden; Sie kennen Ihn, den angebeteten Gast, den ich dort beherbergen möchte; der Punkt ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar, ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund, durch den einzig Heil und wahrer Segen der Welt erblühte. Auch Reminiszenzen aus ‘Tannhäuser’ (Sängersaal mit Aussicht auf die Burg im Hintergrunde), aus ‘Lohengrin’ (Burghof, offener Gang, Weg zur Kapelle) werden Sie dort finden; in jeder Beziehung schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das untere Hohenschwangau, das jährlich durch die Prosa meiner Mutter entweiht wird; sie werden sich rächen, die entweihten Götter, und oben weilen bei Uns auf steiler Höh, umweht von Himmelsluft.”

Fast alle Aspekte seines Neuschwanstein sind hier genannt. Unerwähnt aber blieb der politische Auslöser: 1866 hatte Bayern im Bündnis mit Österreich einen Krieg gegen das expandierende Preußen verloren. Bayern wurde ein “Schutz- und Trutzbündnis” aufgezwungen, das dem König im Kriegsfalle die Verfügung über seine Armee nahm. Damit war Ludwig II. seit 1866 kein souveräner Herrscher mehr. Diese Einschränkung war das größte Unglück seines Lebens. 1867 begann er die Planungen für ein eigenes Reich, in dem er sich als wirklicher König fühlen und bewegen konnte: seine Schlösser.

Auf Schloss Hohenschwangau verbrachte Ludwig II. seine Kindheit.

Kronprinz Maximilian II. von Bayern, Ludwigs Vater, hatte das baufällige Schloss Hohenschwangau ab 1832 im “gothischen Styl” restaurieren lassen. Die romantische Gebirgslandschaft prägte den jungen Ludwig, der das Sommerschloss zu einem seiner Lieblingsaufenthalte erkor.

Hohenschwangau war mit Szenen aus mittelalterlichen Legenden und Dichtungen ausgemalt, darunter der vom Schwanenritter Lohengrin. Ludwig identifizierte sich schon in seiner Jugend mit jenem Lohengrin, dem Richard Wagner 1850 eine Romantische Oper gewidmet hatte.

Diese zeilen habe ich der homepage der bayrischen schlösserverwaltung entnommen. 

anhand dieser beschreibung läßt sich das atemberaubende programm meiner frau nur erahnen. für mich wäre es nichts gewesen, dafür haben wir den sonntag gemeinsam in München verbracht und alle sehenswürdigkeiten der stadt angesehen. diese tage sind mir heute noch immer in guter erinnerung.     

München

Mit Deep Purple ging es bei mir 1975 los. Das war die erste Rockband die ich auf einen Live Konzert erlebt habe. In den darauf folgenden Jahren habe ich etliche Konzerte besucht. Inzwischen hatte ich fast alle Größen der Pop und Rockszene  gesehen. Queen und Rod Stewart sogar schon zweimal. So langsam fehlte der Reiz, das gewisse etwas was ich anfangs noch gespürt hatte. Da kam dieses Konzert meiner favorisierten Gruppe in München gerade zur rechten Zeit. Ein Open Air Konzert. Das war etwas neues für mich.

Wie sollte ich nun dahin kommen? Und selbst wenn, wo sollte ich übernachten? Damals war das nicht so leicht wie Heute. Es gab kein Internet, also keine Informationsquelle die mir preiswertes heraus suchen konnte. Da fiel mir dieser neue Service, der gerade eröffnet hatte und hauptsächlich für Studenten  gedacht war. Kurz „MFG“ oder Mitfahrgelegenheit, ein. . – Das ist es, sagte ich mir.  Die suchten auch preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten heraus, und ich hatte Glück. Einen Tag vor dem Open Air Festival fuhr jemand nach München. Eine Pension konnte mir auch vermittelt werden. Meine Welt war also in Ordnung. Nein nicht ganz. Meine Frau hatte alles mitverfolgt und mich auch jedesmal mit Rat unterstützt.  Wir hatten gerade geheiratet und sie jetzt ein Wochenende alleine lassen? Das gefiel mir gar nicht. Aber was sollte sie auch dort? Nur auf mich warten? Das war auch keine gute Idee. Endlich ein paar Stunden bevor es für mich los ging hatte ich einen Plan.

So saßen wir zu fünft in dem Käfer bis Bamberg. Da stieg ein Mitfahrer aus, was auch als Grund für eine lange ausführliche Stadtbegehung gesehen wurde. In Bremen war der Fahrer über meine Frau als zusätzlichen Gast erfreut. Das hieß mehr Benzingeld für ihn. Im Laufe der Fahrt erfuhr ich das ich der erste Behinderte sei, den er mitnehmen würde. Überhaupt hatte er mir viele Fragen gestellt. Er wollte alles über mich und meine Krankheit wissen. Das kam zwar nicht so oft vor das mir jemand danach Fragen stellte, aber ich habe ja nichts zu verheimlichen. Im Gegenteil, ich habe Grund genug stolz zu sein was ich bisher geschafft habe, dachte ich. Während der Fahrt genoss ich die verschiedenen Landschaften und war einfach nur froh eine Lösung für meine Frau gefunden zu haben. 

Eine Lösung die das Konzert zu einen unvergleichbaren Erlebnis werden ließ. Ich hatte immer ein beruhigendes Gefühl als ich im Reiterstadion in München saß. Jeder von uns ging seinen Interressen nach. Sie machte eine Schlösser Tour, während ich bei 38 Grad im überfüllten Stadion saß und mich vor Begeisterung kaum halten konnte. Das war Freude Pur. Joe Cocker war schon gut, man spürte deuwie er wieder den Anschluß an die aktuelle Rockszcene finden wollte, er kämpfte richtig um wieder auf sich aufmerksam zu machen. Dann dieser neue Star! Chris de Burgh, er gab alles um seinen steilen Aufstieg fort zu setzen. Es war einmalig. Mit gut 1 Stunde Verspätung kam dann gegen 21.00 Uhr Supertramp. Unbeschreiblich, kann ich nicht wiedergeben, Einmalig. Nach der 7. Zugabe waren sie gegen 23.00 Uhr fertig.

Der Rest von München und Umgebung folgt nächsten Freitag

Camp Nou

Das wars dann wohl. Wie eine Seifenblase war der Traum zerplatzt.. für ein paar Monate zumindest, dann bekam ich von meiner Frau ein Buch zum Geburtstag geschenkt. “Mit dem Rad über die Alpen – Klassiker für Fahrradfahrer” Jetzt war es wieder um mich geschehen. In den darauf folgenden Wochen wurden ich zur Leseratte. Es sind 22 Touren über bzw. durch die Alpen mit Höhenunterschieden, Steigungen, und alles was dazu gehört beschrieben. Ungefähr 8 Touren konnte ich gebrauchen. Aber wenn ich die Alpen passiert haben sollte, wohin dann fahren?

Die Frage wohin mich mein Weg führen könnte, war im darauffolgenden Sommer für mich geklärt.

Barcelona! Genau da möchte ich mal hin. Einmal ins Estadio Camp Nou, oder ins Nou- Camp Stadion, wie es in Deutschland ausgesprochen wird. Es ist nach dem Atzthekenstadion in Mexiko-City, das größte Fußballstadion mit einen Fassungsvermögen von derzeit 98.787 Zuschauern. Bis zum Jahr 2012 soll es sogar das größte Fußballstadion, mit 115.000 Zuschauern, werden.

Das war ein Grund! Damals hatte mich gerade die Leidenschaft für Stadien gepackt. In unseren Garten hatte ich gerade das San Siro Stadion Maßstabsgetreu mit Modelgips nachgebaut, bzw. zu einen Drittel fertig gestellt. Die Vorarbeiten für die darüberliegenden Ränge waren sogar schon abgeschlossen, ehe mir die Witterung einen Strich durch die Rechnung machte.(Selbst Wetterfester Gips hält nicht ständig) Mir blieb also nur die Träumerei von großen Stadien.

Mein Ziel stand jetzt also fest. Ein großes Hindernis zu überstehen war schon schwer und von vielen für unmöglich befunden. Jetzt kamen noch die Pyrenäen dazu. „Ist das nicht zuviel“ fragte ich mich. „Wenn Querschnittsgelähmte es schaffen, das Gehen wieder zu erlernen, dann kannst du auch über die Bergmassive hinwegkommen“, sagte ich mir.

Ganz grob hatte ich jetzt auch meine Route. Da ich aus dem Finnland-Projekt gelernt hatte, dachte ich sofort über die weiteren ungeklärten Fragen nach. Als erstes fiel mir meine Frau ein. „Was soll ich mit ihr machen?“ Es gab 3 Möglichkeiten. Sie mitnehmen, wäre das einfachste, aber leider nicht empfehlenswert. Das war keine Fahrt durch Schleswig-Holstein oder durch die Lünburger Heide, die wir schon gemeinsam unternommen hatten. Sie einfach Zuhause lassen? Das wäre auch eine Möglichkeit. Aber der Gedanke das sie mehr als 6 Wochen, wahrscheinlich sogar 3 Monate alleine sein würde, gefiel mir überhaupt nicht. Blieb also nur die 3. Variante: Sie würde mir mit dem Zug zu einigen Stationen folgen. Von Barcelona aus ginge es gemeinsam mit dem Zug zurück nach Bremen. So sah mein Plan aus.

Mit 42 Jahren war ich noch zu jung für diese Fahrt, denn bis zur Rente fehlten mir noch 23 Jahre bzw 24 Jahre. Denn mit 66 Jahren fängt das Leben erst richtig an.

Über die entscheidende Voraussetzung für dieses Abenteuer, die Finanzen, wollte ich mir erst Gedanken machen wenn es soweit ist. Bis dahin habe ich viel Zeit und Freude diesen Traum zu genießen. Es gibt soviele auf der Welt die alles negativ sehen, es gibt soviele die sich mit frustrierenden Dingen beschäftigen. Dafür hab ich keine Zeit. Ich bin einfach frohen Mutes. Denn ich weiß:

Irgendwann fahre ich nach Barcelona um das Camp Nou zu sehen. Und wenn nicht mit dem Rad, dann mit dem Zug, Bus oder Flugzeug.