Ibizza

Man stelle es sich einfach mal vor! Sonne, Strand, Meer. Heute werde ich mal eine sonnige Geschichte   aufschreiben. Erlebnisse die aufzeigen wie ein normales Leben aussehen kann.

Es war 1979. Mir ging es gesundheitlich nicht gut, auf der Arbeit lief es auch nicht besonders und meine große Liebe hatte ich auch noch nicht, wie erhofft, gefunden. (das kam erst später und habe ich schon beschrieben) Das einzige was half, war meine Zuversicht.  Optimismus den ich auch dringend brauchte wenn ich wieder einmal unter Anfällen zu leiden hatte. Äußerlich sah ich nicht wie das blühende Leben aus, sondern genau wie das Gegenteil. Diese Tatsache habe ich aber einfach ignoriert und nur nach vorne gesehen. Als ich meinen Freund ein paar Jahre zuvor das erste Mal beim Training besucht hatte, habe ich die fragwürdigen Blicke auch ignoriert. Innerlich hatte ich zu kämpfen, das brauchte aber keiner wissen. Nach einer Weile wurde ich ein fester Bestandteil der 1. Herren von Osterholz Tenever. OT Bremen war nicht irgendein Verein im Bremen. Sie waren gerade Bremer Meister geworden und wurden von einen ehemaligen Werder Profi trainiert. Ich bewegte mich zwischen diesen Halb-Profis, so als wenn ich dazu gehörte. Auf diese Art und Weise wurde ich zum Betreuer speziell für die zwischenmenschlichen Töne. Darum war es für die Mannschaft selbstverständlich, das ich mit nach Ibizza zum Saisoabschluß fliegen würde. Da war es wieder. Etwas neues! Keine Angst, sondern Freude war meine Reaktion.

Dann war es soweit. Wir saßen im Flughafen, hatten eingecheckt und es dauerte… und dauerte. Am Tag zuvor war eine Maschine über die Landebahn hinausgeschossen bei der Landung auf Ibizza. Mit 4-Stündiger Verspätung sind wir endlich Richtung Süden gestartet. In Bremen war durchwachsenes Wetter. Ein bißchen Mai-Regen und dann wieder Sonnenschein. Dann flogen wir die Insel an. Was für ein Gefühl. Uns erwartete ca. 25 Grad und Sonnenschein. Und überall standen Palmen. Leider war es eine kurze Fahrt vom Flughafen zum Hotel. Mehr haben wir tagsüber nicht von der Insel gesehen.  Wir wohnten  im Stadtzentrum. Das Besondere war hier die Discothek. Sie befand sich direkt unter dem Hotel. Ängste?? Nein die waren alle verflogen. Ich war ein Teil der Meistermannschaft, ich gehörte dazu. Schon in der 1. Nacht mußte ich feststellen, das dort alles anders war. Egal welche Disco, wir angesteuert sind in der Nacht, welche Leute wir getroffen haben. Ob Skandinavier oder Engländer. Es gab keine Blicke, nichts herablassendes, keine mitleidvollen Gesten. Es war wie im Traum. Mit einenmal war ich in einer neuen Rolle. Ich konnte mich frei fühlen. Die Deutschen Urlauber verhielten sich genauso und dadurch hatte ich das Gefühl ständig zu träumen. Ich weiß nicht bzw wir wußten nicht ob Ibizza Sehenswürdigkeiten hat. Die Kultur interessierte uns erst recht nicht. Unsere Kultur war ganz einfach. Erst im „San Francisco“ kurz reinsehen dann los und die besten Discotheken der Insel besuchen. So ein Ambiente so ein Flair. Etwas vergleichbares habe ich nie wieder gesehen.  Es waren aber auch die teuersten Ddiscotheken der Insel. Am Schluß ging es jedesmal noch ins „San Francisco“ , unserer Hausdisco vorbei schauen.Geschlafen haben wir nicht viel. Zwischen 5 Uhr morgens und 7.30 Uhr haben wir geschlafen. Denn um 8 Uhr gab es Frühstück. Gegen 10 sind wir dann weg. Entweder an den Pool eines benachbarten Hotels oder an den Strand. Letzteres gestaltete sich immer etwas kompliziert. Wir kamen nur mit Booten auf die Laguneninsel. Dort haben wir dann erst einmal geschlafen. Sonnenstrahlen, Hitze!! Was solls. Wir haben uns nichts daraus gemacht. Wir waren im Urlaub und wollten braungebrannt nach Hause kommen. Die Badehose konnte nicht knapp genug sein. Wir waren ja Sportler. Und wir waren Meister. Wer soll uns schon was anhaben?

Nächste Woche kommt der 2. Teil, da kommen unsere Badegeschichten und mein Abenteuer in der Lagune