Wehmut? oder Weisheiten LXXX

Die Politik lässt mich nicht los. Nach über 20 Jahren in den vorderen Reihen ist es aber hoffentlich nachvollziehbar. Immerhin – der Abnabelungsprozess ist in vollen Gange. Eigentlich ist die Trennung schon abgeschlossen.  Vor kurzen  bekam Bremen einen neuen Bürgermeister. Eine Mischung aus Freude und Wehmut war für mich schon dabei.

„Ja, damals haben wir zusammen angefangen!“

Damit war der Teil Wehmut allerdings auch schon vorbei, denn dann folgte nur noch ein positiver Rückblick auf die Zeit .

 

Bis zu einen gewissen Punkt verliefen unsere politischen Wege gemeinsam.  Doch Mitte der 90-er  trennten sich unsere Erfolgswege. Seine  Weiterentwicklung verlief in der bezahlten Politik, während sich meine Aktivitäten im nichtbzahlten ehrenamtlichen Engagement befanden.

Heute ist meine Einstellung ganz einfach. Jeder hat das geschafft, was im Rahmen seiner gesundheitlichen Voraussetzungen möglich war oder ist..  Böse oder traurig das aus mir kein bezahlter Politiker geworden ist? Nein!  das bin ich nicht. Vereins- und IG Vorsitzender (vgl.Bezirksvorsitzender)bei den Kleingärtnern, das ist mehr als was ich je für möglich gehalten hätte. Genauso dürfte es meinen Freund und Mitstreiter ergehen, nur das aus ihm der Bürgermeister geworden ist.

Wir haben jeder für sich die Gesundheit und die Familie in den Vordergrund gestellt.

So wie es aussieht – sind wir beide Glücklich  und Zufrieden.

Genau, das ist es im Leben worauf es ankommt. Jeder sollte auf sich schauen und das was für ihn möglich ist – dann kann man einiges erreichen.

 

Weisheiten LXXIX

Wenn es diese Rubrik bei mir gäbe, es wäre die mit den meisten Einträgen. Im Augenblick verteilen sich fast 1.300 Beiträge auf 32 Kategorien. Die meisten Artikel werden von mir allerdings nicht veröffentlicht. Sie werden von mir geschrieben, teilweise auch gespeichert, um danach neu geschrieben oder gelöscht zu werden.

Anfang der Woche ist mir zum erstenmal seit 6 Jahren ein Artikel durchgerutscht. Er ist inzwischen wieder herausgenommen worden von mir, denn es war ein Beitrag der unveröffentlicht bleiben sollte.

Nachdem in den ersten Monaten nahezu alles was mir einfiel hier im Blog, kam mir irgendwann die Idee ihn auch zu meinen Vorteil, nur für mich, zu benutzen. So entstand eine virtuelle Rubrik. Für mich ist sie die wichtigste. Gefühlt müssten dort über 2.000 Artikel vertreten sein.

Seitdem ich so vorgehe fällt es mir schwer dagegen zu protestieren wenn jemand diesen Blog auch als Tagebuch bezeichnet. Es ist für mich eine grosse Hilfe all das was mich bewegt, was mir Sorgen bereitet, niederschreiben zu können. Ja, mein Blog ist nicht nur ein Ratgeber für Behinderte, er ist mein persönliches unveröffentlichtes Tagebuch. Seitdem diese Vorgehensweise von mir entdeckt wurde sind schlaflose Nächte, für mich eine Seltenheit geworden.

Es gibt so viel was mir durch den Kopf geht, und so manches läßt mir keine Ruhe. Dann kommt der Blog ins Spiel. Hier lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf, hier wird erlebtes verarbeitet. Manchmal kann etwas davon später im Blog verwendet werden. Das meiste fällt jedoch unter dem Begriff „frei schreiben, von der Seele schreiben“

Auf diese Art und Weise ist es mir möglich vieles entspannter zu sehen, vor allen den Begriff „Grübeln“ als Fremdwort erscheinen zu lassen.

Meine Erkenntnis ist ganz einfach. Schreiben befreit Dich von Problemen, schütz Deine eigene Gesundheit. Das meiste davon sollte aber Privat bleiben.

Weisheiten LXXVIII

Heute Morgen traf ich jemanden aus der Politik. Es war eine Person zu der mir nur Gutes einfällt. Kurz nachdem wir auseinander gegangen waren, kamen mir Gedanken in den Sinn die sich ausschliesslich auf Nachtreten oder nachkarten konzentrierten. Doch mein Nachtreten gestaltete sich am Ende mehr wie ein Lüftchen.

Das es damals nicht für die Deputation und auch nicht für die Bürgerschaft gereicht hat, war schade. Doch nach dem Erfolg von Montagabend eher als Glück zu betrachten. So sehr mein Herz noch an der bremischen Politik hängt, mein neues Zuhause ist das Kleingartenwesen. Fast scheint es mir so als wären die 22 Jahre aktivce Politik nur Training  für meine neue Leidenschaft gewesen.

 

Der Erfolg von Montagabend ist für mich, auch deswegen wertvoll weil ich auf das nachtreten gegenüber der SPD verzichtet habe, denn das gehört sich nicht. Jetzt habe ich mein Glück gefunden, und nur das zählt.

Weisheiten LXXVII

In den letzten Tagen gab es für mich genügend Gründe um über vieles zu klagen. Das betraf nahezu jeden Bereich. Auf der Arbeit, beim Fußball oder dem Verein. Nahezu überall in meinen Umfeld gab es für mich kritische Situationen. Situationen die mit Ärger für mich verbunden waren. Sie jetzt alle aufzuführen wäre unfair, das ist nicht in meinen Sinne. Als ich einer unbeteiligten Person genau genommen einer guten Bekannten davon erzählte, riet sie mir zum Aufhören.

gegenwind

Aber.. mein Bestreben ist möglichst überall gleich behandelt zu werden. Dann muß ich auch damit klar kommen wenn es mal nicht so läuft oder für mich ein rauher Gegenwind herrscht. Gleich das Handtuch werfen und aufgeben, nein das kommt für mich nicht in Frage. Mein Anspruch ist es Gleichberechtigt zu leben, das heißt aber auch das ich mal etwas aushalten muß, egal wie ungerechtfertigt es auch ist. Diese Momente wird es immer wieder geben in denen nicht alles wunschgemäß läuft, ja wo man teilweise auch Dinge erlebt die nicht so angebracht sind.

Sich deswegen aber gleich in die Position des „bemitleidenswerten Behinderten“  zu flüchten das darf nicht sein. Der Wunsch nach Rücksicht ist zwar verständlich, passt aber nicht mit dem Wunsch nach Normalität zusammen. Arbeit ohne problematisches ist genauso undenkbar wie Fußball ohne Fouls und im Vereinsleben sind Unstimmigkeiten an der Tagesordnung. Das restliche Leben zeichnet sich auch immer wieder durch ungereimtheiten aus.

Es geht also nicht anders: Manches muß man einfach ertragen oder alternativ den Mund halten und sein Leben in den eigenen vier Wänden verbringen.

Weisheiten LXXVI

weisheit-1

Auf meine Leistung vom Donnerstag muss ich noch einmal kurz eingehen. Es war ungewöhnlich, vor allen war es etwas besonderes was mir an dem Abend gelungen ist. Doch zu glauben das mir dies regelmäßig passiert ist unrealistisch. Dafür müssen jedoch so viele Faktoren gleichzeitig zutreffen, das es wohl einmalig bleiben wird.

Den Versuch ein  oder zwei Tore zu schiessen,  kann ich wöchentlich versuchen. Allerdings gehört dazu Arbeit. Der Ehrgeiz, der Wille an die eigenen Grenzen zu gehen – der muss allerdings vorhanden sein. Es reicht nicht sich auf den Lorbeeren von Gestern aus zu ruhen.Genauso verhält es sich mit meinen Gartenverein. Es war etwas Besonderes das man mich zum Vorsitzenden gewählt hat. Das darf für mich aber kein Grund sein um weniger zu tun oder sich nur auf diese Wahl zu berufen. 

Immer wieder muß ich versuchen dieses Vertrauen zu rechtfertigen, Immer wieder muss ich dafür sorgen das die Vorstandsmitglieder die Gartenfreunde zufrieden sind. Der einzige Weg dafür ist Arbeiten. Das dabei natürlich immer wieder mal Fehler passieren ist logisch. Wie beim Sport dürfen diese mich jedoch nicht aus der Bahn werfen sonder eher als Motivation gesehen werden. Motivation – um den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

weg gehen

Als Jungeselle war meine  Aussprache nicht immer perfekt, doch die Überzeugung das es eines Tages besser werden würde, war immer vorhanden. Einzige Voraussetzung dafür war — immer wieder daran Arbeiten und sich nicht mit dem Erreichten zufrieden geben. Genauso verhielt es sich bei meiner Lähmung oder beim Sammeln von Wissen. Kaum war etwas erreicht – ja sogar etwas um Stolz darauf zu sein, ging es gleich weiter um auf diesen Niveau weiter machen zu können. Das beste Beispiel dafür war Fahrradfahren.

Gerade war es mir gelungen, 10 Jahre nach dem Unfall, das erste Mal für gut 500 Meter  Fahrrad zu fahren, da stand der Entschluss fest das ich bei der Radtour meiner Freunde dabei sein wollte obwohl die am ersten Tag über 100 Kilometer lang werden sollte. Um das zu schaffen gab es nur eine Möglichkeit. Immer wieder üben.

Auch Heute gilt dieses Prinzip für mich. Die Betätigungsfelder haben sich zwar verändert, eines ist jedoch geblieben. Immer wieder auf ein Neues, sich nie zu lange mit dem Erreichten zufrieden geben oder darauf sogar auszuruhen

Weisheiten LXXV

freunde

In der letzten Woche gab es gleich mehrere Begegnungen mit der Vergangenheit, alle hatten etwas mit dem Fußball zu tun. Erst sprach mich eine Frau an, die mir zwar bekannt vorkam aber von mir nicht gleich einzuordnen war. Es war eine Spielerin aus meiner Damenmannschaft die von mir zwischen 1978 und 1983 trainiert bzw. betreut worden war. Mitte der Woche war mir ein Spieler der 1. Herren von Osterholz Tenever begegnet und am Freitag traf ich den Sohn eines Professors der gelegentlich beim Fußball dabei war. Es war einfach ein schöner Ausflug in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts

Vielleicht lag es auch daran das nie böse Worte gefallen sind. Meine Devise

„Behandel dein Gegenüber so wie Du behandelt werden möchtest“freundlich

hat sich bewährt, denn uns verbanden nur positive Erinnerungen an die damalige Zeit. Dieses Gefühl ohne Ärger und Verbitterung zurück schauen zu können ist ein wunderbares. Wenn es dann noch mit Menschen in Verbindung gebracht werden kann – dieses Gefühl der Zufriedenheit läßt sich nicht beschreiben, man muß es selbst erleben. Weil es so leicht ist – kann das auch jeder – die einzige Voraussetzung dafür ist Freundlichkeit.

 

Weisheiten LXXIV

weisheit

Die zurückliegenden und schon beschriebenen Ereignisse in dieser Woche, vor allen der Dienstag haben Kraft gekostet, mehr als mir lieb war. So gesehen war ich nicht einmal böse das unser Fußball, gestern Abend, ausfiel. Eine kaputte Deckenbeleuchtung ist schuld daran das wir eine Zwangspause einlegen müssen.

Mir brummte der Kopf von dem was mir am Dienstag passiert war, dabei hatte ich mich nicht überarbeitet. Aber für ein paar Stunden war mein Denken Negativ ausgerichtet. Genau das war mein Problem. Negatives Denken und Handeln kostet enorm viel Geistige Kräfte. Positives Denken und Handeln setzt enorme Kräfte frei.

Man wird mich also nicht sehr oft schimpfen hören, denn dieses Gefühl jemanden zurecht zu weisen kostet mich mehr Kraft als dem Gescholtenen. Anerkennung und Lob das erzeugt bei mir Motivation und keine Kopfschmerzen.

Genauso sollte es bei jeden im Leben sein. Ärger bereitet Kopfzerbrechen – Freude ist genau das Gegenteil

Weisheiten LXXIII

Glück15

Das Glück hört nicht auf .. es geht jeden Tag weiter. Denn jeder Tag ist Glück, ist Freude, an jeden Tag gibt es genug Grund um Freude zu haben. Mal ist es viel Freude und dann gibt es Tage da ist es etwas weniger.  Aber an jeden Tag gibt es mindestens einen Moment der Freude.

Sanduhr-Tageszeit

 

1.440 Minuten hat jeder Tag oder noch besser 86.400 Sekunden. Da sollte genügend Zeit sein um wenigstens einmal zu lächeln, einmal etwas erfreuliches festzustellen. Und wenn es nur das Wetter ist. Einen Grund bietet jeder Tag

Mein Fazit oder Weisheiten LXXII

Jetzt, 25 Jahre später habe ich mir den Artikel noch einmal durchgelesen und die wenigen Haare gerauft. Es war die Zeit in der noch kein Internet gab, von Handys oder Smartphones ganz zu schweigen. Das Privatfernsehen fing gerade an zu existieren. Die Zeitung wurde also noch oft und intensiv gelesen. Mein Bedürfnis etwas für Behinderte Menschen zu machen war damals schon vorhanden. Nur aus diesen Grunde habe ich eine Journalistin kontaktiert.

Was dabei herausgekommen ist war allerdings nicht ganz in meinen Sinne. Er war etwas zu stark in die Richtung Herzergreifend geraten. Auf der anderen Seite, bis auf eine Kleinigkeit  stimmte alles was geschrieben wurde.

Warum soll ich das verbergen? warum soll mir das Peinlich sein? Lass es doch ruhig aus der Sicht einiger Menschen eine Herzergreifende Geschichte vielleicht sogar schmalzige Geschichte sein. Auch wenn die Journalistin eine typische Sonntagsgeschichte daraus gemacht hat, es stört mich nicht – es darf mich nicht stören.

Denn all das was sie aufgeschrieben hat – dahinter steckt harte Arbeit, viel Schweiß und auch Quälerei.

Es darf mich nicht stören wie andere den Bericht über mich bewerten. Ob sie mich hochnäsig belächeln oder ob sie mich für die Leistung bewundern, oder ob sie in mir jemanden sehen der an sich und seinen Weg glaubt der alles unternimmt um so gut es geht Gesund zu werden und dafür alles unternimmt der bereit ist ungewöhnliche Wege zu gehen. Der aber nichts besonderes macht denn mit dem richtigen Willen kann das jeder schaffen

Weisheiten LXXI

Wer kennt das nicht? Man denkt über etwas nach und findet sich in der Bewältigung von Problemen wieder, weil man Perfekt sein möchte. Als mir mein Freund in der letzten Woche sagte das ich in dem Moment nicht nachgedacht hätte als mir ein Tor gelang. Inzwischen ist mir klar das er Recht hat. So einfach kann es sein. Nicht nachdenken sondern Handeln. Nun ist das Leben zwar kein Fußballfeld aber Gemeinsamkeiten sind vorhanden.

nachdenken

Früher war es Leicht für mich. Es gab kein Nachdenken und dementsprechend war ich von dem was von mir gemacht wird, fest überzeugt. Später kam die Phase in der all meine Aktivitäten von mir durchleuchtet wurden um noch einmal auf den Prüfstand gestellt zu werden. Daraus ergab sich direkt das Grübeln oder suchen nach Problemen. Was widerum zur Folge hatte das es mir nicht gut ging. Es war fast unmöglich sich aus diesen Strudel zu befreien.

Als sich eines Tages diese Spirale wieder in Gang zu setzen schien kam eine ungewohnte Reaktion von mir

„Jetzt nicht – Es geht mir GUT, NEIN dieses Spiel lasse ich nicht zu. Es ist alles Gut, das muß reichen. Wenn etwas falsch oder nicht Perfekt ist wird sich schon jemand melden um mich zu kritisieren. Wenn nicht – dann war alles Richtig!“

Voller Wut und Trotz kam noch folgende Erkenntnis dazu.

„Es gibt soviel Menschen – es gibt noch mehr Fehler die täglich von ihen begangen werden. Warum sollst du nicht auch das Recht auf Fehler haben. Selbst Maschinen sind nicht Perfekt – warum willst du es sein?“

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So war für mich klar das Nachdenken über getanes zwar in Ordnung sei – eine weitergehende Analyse aber nur schädliche Auswirkungen haben kann. Selbst in den Fällen wo mir offenkundig eigene Fehler auffielen gab es nur noch eine Devise.

„Wer es besser weiß besser kann und auch besser macht solle es mir sagen.“

Die Zahl der Rückmeldungen ist so klein das es sich allenfalls lohnt darüber zu Grübeln wie Fehlerhaft unsere Gesellschaft ist oder um es Positiver auszudrücken. Wie Tolerant unsere Gesellschaft ist.

Im laufe der Jahre ist mir ein hervorragendes Gegenmittel zum Grübeln aufgefallen.

positiv denken

Ganz einfach POSITIV Denken und vom eigenen Handeln überzeugt sein.