Fahrradbremsen

Keine Politik am Montag. Das ist auch mal ganz gut.  Heute gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Von einer Kleinigkeit aus abgesehen. Ein Freund hat mir an meinen Fahrrad die Bremsen repariert. Genaugenommen hat er dioe Bremsbeläge ausgetauscht. Ich hatte die Bremsen ganz runter gefahren. Der Bremseffekt hielt sich die letzten Tage auch stark in Grenzen. Aber das war mir auch recht so. Denn seit einen schweren Radunfall vor 20 Jahren mag ich es nicht, wenn ich so plötzlich zum Stehen komme wenn ich bremse.

Es war ein Sommerabend im Jahr 1987,  und ich kam gerade vom Schwimmen. Ich war ziemlich gut drauf und so bin ich auch mit meinen neuen Bremsen gefahren.  Dummerweise mußte ich auf einer Erhebung eine Vollbremsung machen und bin dabei über den Lenker geflogen. Es ist für mich heute noch unerklärlich wie das passieren konnte das ich auch noch soweit geflogen bin. Aber an dem Abend blieb mir die schmerzhafte Erfahrung nicht erspart. Bis auf meinen Kopf war alles an mir mehr oder weniger stark verletzt. Ob Knie, Arme, Hände, Ellbogen, ich hatte überall blutende Schürfwunden. Und dementsprechend lief ich auch etliche Tage stark verbunden rum.

Das war eine der wenigen Situationen, wo ich Mühe hatte noch etwas positives aus der Sache zu ziehen. Letztendlich mußte ich aber feststellen: Es hätte auch schlimmer enden können und das ich in Zukunft besser aufpassen werde.

Seitdem sind mir frisch eingestellte Bremsen ein Greuel. Auf jedenfall habe ich meine Lehren aus diesen Unfall gezogen. Ich fahre etwas vorsichtiger

Gewächshaus

Jetzt ist es endlich fertig! Unser Aluminium Gewächshaus. Am Donnerstag ging es los, Freitag war eine kurze Lagebesprechung angesagt und Samstag von 9 Uhr bis 19 Uhr. Heute noch einmal von 10 – 15 Uhr.  Das frühe Aufstehen am Samstag und auch heute, das hat schon Kraft gekostet. Im Kopf bin ich richtig leer. Hoffentlich ist der Substanzverlust nicht zu groß.  Dabei fing das Wochenende garnicht so gut an.  Mein Gefühl war nicht das beste und meine Frau war das reinste Nervenbündel. Aber ich habe immer dagegen gehalten und gesagt.

Alles wird gut

Und es ist ein schönes Wochenende geworden. Werder hat heute auch noch gewonnen. Das Glück ist also perfekt. Herausragend war für mich an diesen Wochenende aber die Hilfe unserer Nachbarn. Fast die ganze Familie hat sich an der Arbeit beteiligt. Das ist für mich wie ein Traum. Dabei ist es nicht immer leicht Verständnisvolle Nachbarn zu haben. Es gab ziemlich oft „Nachbarn“ die mich abfällig behandelt haben. Aber in unserer jetzigen Ecke werde ich überall als Mensch gesehen. Früher war das nicht immer so. Die Zeit scheint sich doch geändert zu haben. Endlich kann man sich auch als Behinderter frei und ungehindert bewegen. So war es auch am Freitag auf der Osterwiese. Keine großen Blicke, kein Nachstarren. Einfach Normalität. Das Leben wird dadurch viel angenehmer. Ich bin nicht mehr auf der Flucht vor nervigen Blicken. Ich kann mich so geben wie ich bin. Das habe ich aber nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Menschen, die beeinträchtigt sind, beobachtet.

Und so gesehen ist man heute einfach ein Teil der Gesellschaft.  Keiner brauch sich wegen irgendwelcher Gebrechen mehr verstecken oder deswegen verängstigt  sein. Jeder Betroffene kann sich voller Selbstbewußtsein bewegen.

Schweiß

Die Sonne ist endlich wieder da. Deswegen fuhr ich mittags von der Uni direkt zum Garten. Es sind ja nur 4 Kilometer.  Denn die Gartensaison hat angefangen. Die nächsten Monate werde ich einen Großteil meiner Freizeit in unseren Kleingarten verbringen..

Das Unkraut ist wieder einmal stärker gewachsen als mir lieb ist. Und da ich keine Blumen – oder Gemüsebeete anlegen kann, sehe ich das als meinen Arbeit an um meine Frau zu unterstützen. Früher war das auch kein Problem. Da habe ich stundenlang im Garten geschuftet und es hat mich nicht gestört. Aber heute war ich schon nach 10 Minuten mit den Kräften am Ende. Ich gebe aber nicht auf und werde es morgen wieder versuchen. In der Gewißheit das ich mich mindestens doppelt soviel, wie körperlich gesunde, verausgaben muß, werde ich weitermachen. Und wenn ich genügend Schweiß und Anstrengung hinter mir habe, werde ich bestimmt den Lohn einfahren können.

Weisheiten I

Wo nehme ich eigentlich mein Selbstbewußtsein oder meine Stärke her? Da ich jetzt diesen Blog schreibe, habe ich versucht der Frage auf den Grund zu gehen und bin zu überraschenden Erkenntnissen gekommen.

Das Geheimnis besteht darin, auch Fehler zugeben zu können.  Im Augenblick  unterläuft mir hier und da ein Fehler bzw. es läuft nicht wunschgemäß. Dabei beschränke ich mich nicht nur darauf es mir selber einzugestehen was ich falsch gemacht habe sondern ich schreibe es auch hier nieder. Und ich versuche mich auch direkt zu entschuldigen wenn es noch Personen betrifft. Dadurch verarbeite ich Situationen besser als wenn ich es verdrängen würde. Der jeweilige Fehler(welcher auch immer) würde von mir bestimmt wiederholt werden und ich würde wahrscheinlich aus dem Grübeln nicht mehr herauskommen. Und so ist es ganz einfach:

Wenn etwas nicht gut geht: Darüber nachdenken und analysieren. Sich das jeweilige Mißgeschick eingestehen und bereit für Gespräche darüber sein. Fertig und weiter. Das Leben ist zu kurz und zu schön um die Zeit mit unnötigen Grübeleien zu verbringen.

Meine ganz einfache Devise: Wer lebt macht auch Fehler, denn die sind ein Teil des Lebens. Wer keine Fehler macht der lebt nicht, der existiert nur.

Kollegen

Heute ging es mir garnicht gut.  Aber ich habe mich durchgebissen und bin doch zur Arbeit gefahren. Kaum war ich mit dem Rad unterwegs fing mein Kopf an zu schmerzen. Auf der Arbeit wurde mir das Leben leicht gemacht. Die Kollegen haben mich so gut es geht unterstützt. Dadurch verschlimmerten sich meine Kopfschmerzen nicht, sondern besserten sich ein wenig. Abends war alles wieder normal.

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Natürlich – es wäre leichter gewesen wenn ich krank gemacht hätte. Nur ich versuche das, so gut es geht, möglichst zu vermeiden.


nervös

Heute Abend hatte ich wieder einmal Beiratssitzung. Im Grunde genommen nichts besonderes für mich. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Sitzungen, war neben der Presse auch das Fernsehen vertreten.  Da der Staatsrat für Bau unser Referent war, hatten wir auch viele Zuschauer, die extra wegen seines Vortrages gekommen waren. Ich war ziemlich nervös.Und ich hatte richtig Sorge, das ich einen Anfall bekomme. Zum Glück ist es mir gelungen alles in den Griff zu kriegen. Im Laufe des Abends konnte ich sogar einen einen kleinen Redebeitrag der Diskussion beisteuern. Ob er gut war weiß ich nicht. Vom Gefühl her würde ich sagen: eher nicht. Aber ich hatte meine Meinung auch gesagt und konnte mich später zumindest inhaltlich bestätigt fühlen. Viele geübte Redner gaben ungefähr das gleiche wie ich,  von sich. Nur war es besser ausgedrückt. Aber mir war das egal. Ich hatte meinen Teil geschafft.

Ich glaube das mir, wieder einmal, keiner meine inneren Unsicherheiten angemerkt hat. Und das ist gut so

Erholung

Es ist Sonntag und ich stehe vor der Frage, was ich heute schreiben kann.  Das Wochenende ist wahrscheinlich das letzte für längere Zeit, wo ich ich etwas entspannen kann. Der Frühling steht vor der Tür und wir reden nur noch über die bevorstehende Gartensaison. Deswegen genieße ich das Wochenende um noch einmal richtig Kraft zu tanken. Montag geht es schon mit der Beiratssitzung und dementsprechender Vorbereitung los.

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, das es wichtig ist sich auch mal richtig zu erholen. Einfach nur in den Tag hinein leben. Nichts tun was mit geistiger oder körperlicher Anstrengung verbunden ist.  Am Tag darauf fühle ich mich jedesmal gestärkt und kann die nächsten Tage kraftvoll angehen. Am besten eignen sich Feiertage oder ein verregnetes Wochenende dafür.

Gedanken 1 – zur Arbeit

Manchmal verfalle ich in Gedanken, was wäre wenn? Vor allen an Tagen wie diesen, wenn alles ganz normal verläuft. Heute war ich bei den Anfängen meiner Arbeit

Was wäre mit mir, wenn ich damals die leichte Variante gewählt hätte? Kein Aufbäumen,  kein Kämpfen, keine Schmerzen, keine Qualen. Das wäre viel leichter gewesen für mich. Weniger Ärger, kaum Streß, kein Büffeln bis in die Nacht, kaum Verantwortung.

Aber ich habe mich für den Dornigen Weg entschieden. Den Lohn konnte ich inzwischen schon mehrfach einstreichen

Dabei wurde mir der Weg zu einer Behinderteneinrichtung so leicht gemacht. Ich hätte nur ja sagen müssen.  Aber das war nicht mein Ziel. Mein Ziel war immer der der vorletzte Platz unter den „normal gesunden“.  Ich mußte, wegen mangelhafter Noten in der Ausbildung, zu einen Vorstellungsgespräch beim Martinshof (heute Werkstatt Bremen)erscheinen, und mir dort alles  anhören.  Dabei wurde mir klar, das ich noch mehr arbeiten mußte und mich noch mehr quälen mußte. Aber eines wollte ich nicht: In keine Behinderten-Einrichtung. Ein Gedanke war für mich damals ganz entscheidend:

Egal, welche Variante ich wähle, ob leicht oder hart,  mein Leben geht weiter. Es war nur die Frage, ob ich über mich bestimmen lasse oder ob ich mein Leben selber bestimme.

Da es ziemlich eng für mich war, bin ich der Gewerkschaft beigetreten und ich habe eine Flugblatt Aktion gemacht und bin zur Bild Zeitung.  Egal wo ich kämpfen konnte – ich habe gekämpft.  Und ich durfte meine Ausbildung zu Ende machen.  Den Abschluß habe ich sogar mit 2,3 gemacht. Mein Ziel hatte ich erreicht. Nur eins hatte ich gelernt:

Wenn ich mich zu lange gehen lasse. wird es immer schwerer voranzukommen.

Seitdem ist jeder Tag ein Kampf für mich. Mal klein, mal groß.  Und manchmal ist auch ein Kraftakt notwendig. Aber außer mir bekommt das keiner mit.  Und deswegen versuche ich mich nicht mehr gehen zu lassen. Stattdessen versuche ich mit positiven Denken dagegen zu steuern



Courage

Zu dem Geburtstag meiner Schwiegermutter, kam auch ihre Schwester aus Potsdam angereist. Das einzige Problem für sie war das Umsteigen in Stuttgart. Denn den weiten Weg vom Ende des Bahnsteig 4 hin zu Bahnsteig 16 das war eine Herausforderung.  Da hat so ziemlich jeder Schwierigkeiten das in 4 Minuten zu schaffen. Wie soll das eine 82-jährige mit Gehproblemen schaffen. Aber Tante Anna wußte sich zu helfen

Im Vorfeld hatte sie die Bahn angerufen. “Serviceorientiert” wie die Bahn ist wurde sie abgewiesen. Das war für Anna nur noch mehr Herausforderung. Sie telefonierte mit der Inneren Mission und ihr wurde Hilfe zugesagt. Auf der Fahrt hat sie zusätzlich einen Schaffner aktiviert, der auch per Funk für sie Hilfe organisierte. Auf dem Bahnsteig wurde sie mit einen Rollstuhl empfangen und ließ sich zum anderen Ende des Bahnhofs rollen. Damit sie auch den Zug erreicht rief sie jeden, der ihr den Weg blockierte zu: “Platz da” und schwang dabei ihren Krückstock.

Sie hatte nur ein Ziel und das hat sie erreicht.  Soviel Energie, das ist bewundernswert. Es zeigt wieder einmal was alles möglich ist wenn man etwas will und sich nicht beirren läßt



Wieder da

Endlich — wieder in Bremen.  Nicht das ich etwas gegen den Schwarzwald oder meine Schwiegermutter habe, genau das Gegenteil ist der Fall. Aber es ist kein richtiger Urlaub. Und vor allen schlafe ich nicht in meinen Bett. Da ich ein weiches Kopfkissen bevorzuge,  waren es doch harte Nächte

Ab morgen werde ich ein wenig berichten