Karfreitag

Heute habe ich mal wieder gemerkt, das ich behindert bin und auch an epileptischen Anfällen leide. Genauer gesagt:

Jackson-Anfälle. Es sind kurze Sekundenartige Schüttelanfälle die meine gelähmte Körperhälfte durchzucken. Diese Blitze im Gehirn bekomme ich voll mit. Es ist jedesmal wie ein Vulkanausbruch im Gehirn den ich hautnah erlebe. Beim Schwimmen, beim Radfahren, beim Fußball, ja ich habe sie in jeder Situation erlebt. Es ist ein fester Bestandteil meines Lebens.

Darum muß ich auch die Spielregeln beachten, so gut es geht. Regelmäßig zu bestimmten Zeiten Tabletten einnehmen, das fällt mir ja noch leicht. Die starke Sonne meiden bzw. ein Cap tragen ist auch ok. Mit ausreichend Schlaf wird es schon schwieriger. Und Streß vermeiden ist nahezu unmöglich. Aber er ist Gift für mich. Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden das geistiger Streß, vor allen Ärger überhaupt nicht gut ist.        Normalerweise bekomme ich die Folgen sofort zu spüren. Hin und wieder bekomme ich die Auswirkungen aber erst ein paar Tage später zu spüren. Dann kann ich machen was ich will. Sie kommen  ziemlich oft hintereinander. Und so ein Tag war heute.

Ich saß dann da, fand meine Situation garnicht lustig, war auch etwas genervt, aber ich habe schon Pläne gemacht für die Zeit nach der intensiven Anfallsphase. Und ich glaube das ich dann  erst einmal ein paar Tage Ruhe habe

Weisheiten II

Heute morgen fiel mir auf wie schön und wie wichtig ein Lächeln sein kann.  Als ich um 8.00 Uhr mit dem Rad das Haus verließ schien die Sonne. Meine Frau winkte mir noch einmal fröhlich hinterher, eine Nachbarin grüßte freundlich und als ich bei meiner Kaffeerunde ankam war es auch nicht anders. Überall freundliche Gesichter. Ich wurde überall mit einen Lächeln bedacht.  Aber aufgefallen ist mir das erst beim Bäcker im Bahnhof, als ich den Kuchen für unsere Wochenendrunde holte.  Die Bedienung lächelte nicht nur sondern fand noch ein paar nette Worte. Aber wie wichtig ein netter Blick oder ein Lächeln sein kann, das merkte ich erst im Bürgerpark als ich eine Joggerin bei ihren Dehnübungen sah und sie mich mit einen freundlichen Blick bedachte.

Da durchfuhr es mich richtig. Ich spürte diesen Adrenalinschub ganz deutlich. Dieses Glücksgefühl das Flügel verleiht, das ungeahnte Kräfte freisetzen kann, das viele Krankheiten im Keim erstickt.  Da wurde mir bewußt wie wichtig so ein Lächeln ist. Denn es bedeutet auch Harmonie.

Es ist einfach schön in freundliche Gesichter zu sehen. Das ist gut für die Seele. Und wenn es meiner Seele gut geht, geht es mir auch gut.

Nichts ist so einfach wie freundlich zu sein und auch ein Lächeln zu zeigen. Es kostet nichts,  du verlierst keine Zeit dabei und verausgaben brauch man sich auch nicht. Aber das was man dafür ernet das ist das beste Heilmittel das es gibt.  Und wenn ich mal nicht so gut drauf bin, sage ich mir: Jeder freut sich über ein Lächeln, also lächel zurück.

Egal in welcher Behindertenvereinigung ich war, es ging immer freundlich untereinander zu. Warum unnütze Kraft vergeuden und als mißmutiger Mensch durch die Gegend laufen.  Ein Lächeln steht als Sinnbild für positives Denken. Und nur positives Denken hilft dir weiter.  Nur durch posiitives Denken habe ich es soweit gebracht.

Das was ich ich für mich habe  geschafft habe, kann jeder für sich auch erreichen. Ein Lächeln ist der Anfang

Gedanken 2 – über Freundschaft

Nun schreibe ich einen Monat diesen Blog und habe immer noch kein Feedback erhalten. Aber ich werde weitermachen. Mir jagen die Gedanken und nur so durch den Kopf. Und ich bin mir nicht immer sicher ob es Weisheiten, Gedanken oder Tägliches zuzuordnen ist, was ich hier schreibe.

In meiner Stammkneipe bekam ich gestern mit was Kollegialität ist:  Obwohl eine Bedienung schon eine schwere Tagschicht hinter sich hatte, half sie einer Kollegin, die ein unvorhergesehenes Problem hatte,  indem sie deren Nachtschicht übernahm.  Das ist Freundschaft.

Und da fielen mir auch etliche Situationen ein, die ich selber durchlebt habe.

Freunde sind etwas ganz wichtiges im Leben. Wie wichtig Freundschaft ist habe ich in vielen prekären Fällen erlebt.  Es ist gut zu wissen, das jemand da ist wenn man Hilfe braucht. Es ist schön zu wissen das man nicht allein ist. Es ist beruhigend zu wissen, das man jemanden oder mehrere hat die meine Probleme anhören, Verständnis haben, und auch zur Lösung beitragen wollen.

Nur gibt es eine Kleinigkeit die beachtet werden sollte. Das Gleichgewicht sollte stimmen. Wer nimmt muß auch geben können!

Und das kann manchmal schwer sein. Denn nicht immer passt es. Es gibt soviele Gründe sich zu drücken. Aber Hilfe läßt sich leider nicht terminieren. Egal wie schwer es fällt und wie es einen selber gerade nicht passt. Man sollte alles unternehmen um zu helfen.  Dabei darf es keine Rolle spielen ob eine gesunde Mischung zwischen Geben und Nehmen entsteht, oder ob man Jahrelang in der „Geber-Rolle“ ist. Die Situation kann sich urplötzlich ändern und man ist lange Zeit in der „Nehmer-Rolle“.

Freundschaft ist nicht meßbar! Freundschaft ist ein hohes Gut das gepflegt werden sollte.

Das was ich heute bin was ich heute erreicht habe, das habe ich auch zu einen großen Teil meinen Freunden zu verdanken. Und dadurch das ich auch sehr oft hefen oder unterstützen konnte, hat sich meine „Geber-Rolle“ auch noch positiv auf mich ausgewirkt. Neben meiner Frau sind Freunde die wichtigsten Bezugspersonen die ich habe

Mutlos

Heute habe ich eine Soap gesehen. Im Grunde nichts besonderes. Man kann sich so leicht entspannen. Nur Hin und wieder fällt ein Satz der für mich von Bedeutung ist. Da klagt die junge Pianistin das sie nie wieder spielen kann, weil die Finger an der rechten Hand nach einer OP noch steif sind. Ihr Leben wäre jetzt sinnlos.

Dabei hat sie sich nur in ihren Selbstmitleid gebadet und nicht einmal positiv gedacht. Sie hat noch nicht einmal für ihre Hand trainiert, nicht einmal auf die endgültige Diagnose abgewartet und schon soll alles vorbei sein? Besteht das Leben nur aus einer Aktivität? Oder ist es nicht so vielfältig das es sich jeden Tag aufs neue lohnt dafür zu kämpfen?

Egal wie groß die Hürden sind wie schwer das gerade erlebte zu sein scheint, Es lohnt sich immer wieder voran zu kämpfen.  Es lohnt sich immer wieder nach vorne zu blicken. Jeder Schicksalsschlag, egal wie er aussieht, der bewältigt wird macht dich stark. Das Glück, die Freudigen Momente im Leben, es muß erkämpft werden.  Dafür lohnt es sich alle Schmerzen und Anstrengungen in Kauf zu nehmen

Und genau aus diesen Grund darf es kein Zaudern und Hadern geben. Es gibt nur den einen Weg. Und auch wenn es schwer fällt. Der positive Blick nach vorne – Nur der zählt

Du hast nur dieses eine Leben! Danach ist alles vorbei

Fahrradbremsen

Keine Politik am Montag. Das ist auch mal ganz gut.  Heute gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Von einer Kleinigkeit aus abgesehen. Ein Freund hat mir an meinen Fahrrad die Bremsen repariert. Genaugenommen hat er dioe Bremsbeläge ausgetauscht. Ich hatte die Bremsen ganz runter gefahren. Der Bremseffekt hielt sich die letzten Tage auch stark in Grenzen. Aber das war mir auch recht so. Denn seit einen schweren Radunfall vor 20 Jahren mag ich es nicht, wenn ich so plötzlich zum Stehen komme wenn ich bremse.

Es war ein Sommerabend im Jahr 1987,  und ich kam gerade vom Schwimmen. Ich war ziemlich gut drauf und so bin ich auch mit meinen neuen Bremsen gefahren.  Dummerweise mußte ich auf einer Erhebung eine Vollbremsung machen und bin dabei über den Lenker geflogen. Es ist für mich heute noch unerklärlich wie das passieren konnte das ich auch noch soweit geflogen bin. Aber an dem Abend blieb mir die schmerzhafte Erfahrung nicht erspart. Bis auf meinen Kopf war alles an mir mehr oder weniger stark verletzt. Ob Knie, Arme, Hände, Ellbogen, ich hatte überall blutende Schürfwunden. Und dementsprechend lief ich auch etliche Tage stark verbunden rum.

Das war eine der wenigen Situationen, wo ich Mühe hatte noch etwas positives aus der Sache zu ziehen. Letztendlich mußte ich aber feststellen: Es hätte auch schlimmer enden können und das ich in Zukunft besser aufpassen werde.

Seitdem sind mir frisch eingestellte Bremsen ein Greuel. Auf jedenfall habe ich meine Lehren aus diesen Unfall gezogen. Ich fahre etwas vorsichtiger

Gewächshaus

Jetzt ist es endlich fertig! Unser Aluminium Gewächshaus. Am Donnerstag ging es los, Freitag war eine kurze Lagebesprechung angesagt und Samstag von 9 Uhr bis 19 Uhr. Heute noch einmal von 10 – 15 Uhr.  Das frühe Aufstehen am Samstag und auch heute, das hat schon Kraft gekostet. Im Kopf bin ich richtig leer. Hoffentlich ist der Substanzverlust nicht zu groß.  Dabei fing das Wochenende garnicht so gut an.  Mein Gefühl war nicht das beste und meine Frau war das reinste Nervenbündel. Aber ich habe immer dagegen gehalten und gesagt.

Alles wird gut

Und es ist ein schönes Wochenende geworden. Werder hat heute auch noch gewonnen. Das Glück ist also perfekt. Herausragend war für mich an diesen Wochenende aber die Hilfe unserer Nachbarn. Fast die ganze Familie hat sich an der Arbeit beteiligt. Das ist für mich wie ein Traum. Dabei ist es nicht immer leicht Verständnisvolle Nachbarn zu haben. Es gab ziemlich oft „Nachbarn“ die mich abfällig behandelt haben. Aber in unserer jetzigen Ecke werde ich überall als Mensch gesehen. Früher war das nicht immer so. Die Zeit scheint sich doch geändert zu haben. Endlich kann man sich auch als Behinderter frei und ungehindert bewegen. So war es auch am Freitag auf der Osterwiese. Keine großen Blicke, kein Nachstarren. Einfach Normalität. Das Leben wird dadurch viel angenehmer. Ich bin nicht mehr auf der Flucht vor nervigen Blicken. Ich kann mich so geben wie ich bin. Das habe ich aber nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Menschen, die beeinträchtigt sind, beobachtet.

Und so gesehen ist man heute einfach ein Teil der Gesellschaft.  Keiner brauch sich wegen irgendwelcher Gebrechen mehr verstecken oder deswegen verängstigt  sein. Jeder Betroffene kann sich voller Selbstbewußtsein bewegen.

Schweiß

Die Sonne ist endlich wieder da. Deswegen fuhr ich mittags von der Uni direkt zum Garten. Es sind ja nur 4 Kilometer.  Denn die Gartensaison hat angefangen. Die nächsten Monate werde ich einen Großteil meiner Freizeit in unseren Kleingarten verbringen..

Das Unkraut ist wieder einmal stärker gewachsen als mir lieb ist. Und da ich keine Blumen – oder Gemüsebeete anlegen kann, sehe ich das als meinen Arbeit an um meine Frau zu unterstützen. Früher war das auch kein Problem. Da habe ich stundenlang im Garten geschuftet und es hat mich nicht gestört. Aber heute war ich schon nach 10 Minuten mit den Kräften am Ende. Ich gebe aber nicht auf und werde es morgen wieder versuchen. In der Gewißheit das ich mich mindestens doppelt soviel, wie körperlich gesunde, verausgaben muß, werde ich weitermachen. Und wenn ich genügend Schweiß und Anstrengung hinter mir habe, werde ich bestimmt den Lohn einfahren können.

Weisheiten I

Wo nehme ich eigentlich mein Selbstbewußtsein oder meine Stärke her? Da ich jetzt diesen Blog schreibe, habe ich versucht der Frage auf den Grund zu gehen und bin zu überraschenden Erkenntnissen gekommen.

Das Geheimnis besteht darin, auch Fehler zugeben zu können.  Im Augenblick  unterläuft mir hier und da ein Fehler bzw. es läuft nicht wunschgemäß. Dabei beschränke ich mich nicht nur darauf es mir selber einzugestehen was ich falsch gemacht habe sondern ich schreibe es auch hier nieder. Und ich versuche mich auch direkt zu entschuldigen wenn es noch Personen betrifft. Dadurch verarbeite ich Situationen besser als wenn ich es verdrängen würde. Der jeweilige Fehler(welcher auch immer) würde von mir bestimmt wiederholt werden und ich würde wahrscheinlich aus dem Grübeln nicht mehr herauskommen. Und so ist es ganz einfach:

Wenn etwas nicht gut geht: Darüber nachdenken und analysieren. Sich das jeweilige Mißgeschick eingestehen und bereit für Gespräche darüber sein. Fertig und weiter. Das Leben ist zu kurz und zu schön um die Zeit mit unnötigen Grübeleien zu verbringen.

Meine ganz einfache Devise: Wer lebt macht auch Fehler, denn die sind ein Teil des Lebens. Wer keine Fehler macht der lebt nicht, der existiert nur.

Kollegen

Heute ging es mir garnicht gut.  Aber ich habe mich durchgebissen und bin doch zur Arbeit gefahren. Kaum war ich mit dem Rad unterwegs fing mein Kopf an zu schmerzen. Auf der Arbeit wurde mir das Leben leicht gemacht. Die Kollegen haben mich so gut es geht unterstützt. Dadurch verschlimmerten sich meine Kopfschmerzen nicht, sondern besserten sich ein wenig. Abends war alles wieder normal.

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Natürlich – es wäre leichter gewesen wenn ich krank gemacht hätte. Nur ich versuche das, so gut es geht, möglichst zu vermeiden.


nervös

Heute Abend hatte ich wieder einmal Beiratssitzung. Im Grunde genommen nichts besonderes für mich. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Sitzungen, war neben der Presse auch das Fernsehen vertreten.  Da der Staatsrat für Bau unser Referent war, hatten wir auch viele Zuschauer, die extra wegen seines Vortrages gekommen waren. Ich war ziemlich nervös.Und ich hatte richtig Sorge, das ich einen Anfall bekomme. Zum Glück ist es mir gelungen alles in den Griff zu kriegen. Im Laufe des Abends konnte ich sogar einen einen kleinen Redebeitrag der Diskussion beisteuern. Ob er gut war weiß ich nicht. Vom Gefühl her würde ich sagen: eher nicht. Aber ich hatte meine Meinung auch gesagt und konnte mich später zumindest inhaltlich bestätigt fühlen. Viele geübte Redner gaben ungefähr das gleiche wie ich,  von sich. Nur war es besser ausgedrückt. Aber mir war das egal. Ich hatte meinen Teil geschafft.

Ich glaube das mir, wieder einmal, keiner meine inneren Unsicherheiten angemerkt hat. Und das ist gut so